In Tirol

Unheimliche Serie: 270 Erdbeben in nur zwei Monaten

Blick über Innsbruck mit Altstadt, bunten Häusern und Bergen im Hintergrund.
© Getty Images/Westend61
Seit Anfang August ist der Raum Innsbruck–Hall von einer ungewöhnlich hohen Erdbebenaktivität betroffen. Der Österreichische Erdbebendienst hat in der Region mittlerweile mehr als 270 Erdbeben registriert. 20 davon waren nach aktueller Auswertung für die Bevölkerung spürbar.
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Auffällig ist dabei vor allem die Häufung innerhalb weniger Wochen. Die Beben konzentrieren sich auf drei Bereiche: östlich von Hall, südöstlich von Innsbruck sowie nördlich der Landeshauptstadt. Die stärksten Ereignisse der aktuellen Serie ereigneten sich südöstlich von Innsbruck: Am 26. September wurde ein Beben der Magnitude 3,8 registriert, am 7. Oktober folgte ein weiteres mit 3,7.

Vor allem das Beben am 26. September wurde im Großraum Innsbruck und entlang des Inntals deutlich wahrgenommen. Beim Erdbebendienst gingen dazu mehr als 1.700 Meldungen aus der Bevölkerung ein. Berichtet wurde unter anderem von kräftigen Rucken, starkem Rütteln und lautem Grollen. Vereinzelt wurden leichte Schäden wie Haarrisse oder abgeplatzter Verputz gemeldet.

Auch das Beben vom 7. Oktober sorgte für zahlreiche Meldungen. Mehr als 800 Wahrnehmungsberichte gingen bereits am frühen Vormittag beim Erdbebendienst ein. Viele Menschen wurden durch die Erschütterungen aus dem Schlaf gerissen. Kurz nach dem Hauptbeben folgten zudem zwei kleinere Nachbeben.

Weitere Beben sind möglich

Dass es derzeit zu weiteren Erschütterungen kommt, ist laut GeoSphere Austria nicht ungewöhnlich. Der Raum Innsbruck–Hall liegt in einer tektonisch aktiven Region. Durch Bewegungen in der Erdkruste können sich Spannungen aufbauen, die sich schließlich in Form von Erdbeben entladen.

Weitere Erdbeben und auch spürbare Nachbeben sind möglich. Wie lange die aktuelle Aktivitätsphase anhält und wann ein weiteres Beben auftritt, lässt sich allerdings nicht vorhersagen. Aus der derzeitigen Häufung kann laut Erdbebendienst auch nicht abgeleitet werden, dass unmittelbar ein stärkeres Erdbeben bevorsteht.

Tirol zählt grundsätzlich zu den erdbebenreichsten Bundesländern Österreichs. Phasen mit erhöhter Aktivität können sich dabei mit ruhigeren Perioden abwechseln. Die aktuelle Entwicklung im Raum Innsbruck–Hall wird von den Experten daher laufend beobachtet und ausgewertet.

Auch die Bevölkerung spielt dabei eine wichtige Rolle: Meldungen darüber, wie stark ein Beben an verschiedenen Orten wahrgenommen wurde und ob Gegenstände oder Gebäude betroffen waren, helfen dem Erdbebendienst dabei, die Auswirkungen der Erschütterungen genauer zu bestimmen.

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