"Wie ein Freibad"

Trotz Badeverbots: Tiroler Naturjuwel wird gestürmt

Bergsee mit grün-blauem Wasser, umgeben von Nadelbäumen und Bergen unter blauem Himmel.
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Der Obernberger See wird von immer mehr Menschen besucht.
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Türkisblaues Wasser, eine beeindruckende Bergkulisse und die Ruhe der Stubaier Alpen: Der Obernberger See am Brenner zählt zu den schönsten Naturzielen Tirols. Doch der zunehmende Besucherandrang wird für das geschützte Gebiet immer mehr zur Belastung. Trotz eines klaren Badeverbots verwandelt sich das Naturjuwel an heißen Sommertagen immer wieder in ein überfülltes Freibad.

Wien ein Freibad

Der See liegt auf rund 1590 Metern Höhe und steht bereits seit 1935 unter Schutz. Als Naturdenkmal gehört er zum Landschaftsschutzgebiet Nößlachjoch–Obernberger See–Tribulaune. Baden, Schlauchboote und andere Freizeitaktivitäten sind dort ausdrücklich untersagt. Dennoch halten sich viele Gäste nicht an die Vorgaben.

Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, besuchen durchschnittlich rund 326 Menschen täglich den See – an Wochenenden und in Ferienzeiten dürfte die Zahl deutlich höher liegen. Eine Anwohnerin schilderte der Zeitung die Situation: "Der See glich einem großen Freibad. Sonnenschirme reihten sich aneinander, sämtliche Wiesen waren mit Handtüchern belegt, aus Lautsprechern dröhnte Musik."

Klarer Bergsee mit Felsen und Nadelwald am Ufer in Obernberg am Brenner, Tirol.
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Empfindliches Ökosystem

Für die Verantwortlichen geht es dabei nicht nur um die Ruhe der Natur. Das empfindliche Ökosystem des Sees könnte langfristig Schaden nehmen. Der Obernberger See beherbergt laut Andreas Schiechtl, Obmann der Fischereigesellschaft Innsbruck, eine wertvolle Fischfauna mit Bach- und Seeforellen, Seesaiblingen sowie Elritzen. Besonders problematisch seien Rückstände von Sonnencreme, Schweiß und andere Verunreinigungen, die das sensible Gleichgewicht im Wasser beeinträchtigen könnten.

Grüner Bergsee mit umliegenden Tannenwäldern und Bergen im Hintergrund unter bewölktem Himmel.
T © Getty Images/iStockphoto

Auch der Seegrund ist ökologisch besonders wertvoll. Dort wachsen Armleuchteralgen und Haarblättriger Hahnenfuß – Pflanzen, die auf saubere und stabile Bedingungen angewiesen sind.

Die Fischereigesellschaft Innsbruck, die seit rund 30 Jahren Eigentümerin des Gewässers ist, schließt rechtliche Schritte gegen die Missachtung der Regeln nicht aus. "Respekt vor der Natur ist eine gemeinsame Verantwortung", erklärte Schiechtl gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".

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