Wegen Beschränkungen
Stadt Salzburg plant Google Maps zu verklagen
Salzburg. Die Stadt Salzburg erwägt rechtliche Schritte gegen Google. Grund ist, dass aktuelle Verkehrsbeschränkungen in der Innenstadt nicht vollständig in Google Maps berücksichtigt werden. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) kündigte an, eine Klage prüfen zu lassen.
Betroffen sind sowohl die Zufahrtsbeschränkungen im Stadtzentrum als auch die Verkehrsregeln rund um die Neutorsperre. Nach Angaben der Stadt wurden die entsprechenden Regelungen an Google und andere Kartenanbieter übermittelt. Dennoch würden Autofahrer von Google Maps teilweise auf Strecken geführt, auf denen eine Durchfahrt nicht erlaubt ist.
Auinger will weitere Städte einbinden
Auinger kritisiert, dass andere Anbieter die Informationen übernehmen würden, Google jedoch nicht. Die möglichen Strafen von bis zu 6.000 Euro hält der Bürgermeister für zu gering. Er will das Thema daher auch im Österreichischen Städtebund ansprechen. Sollten sich mehrere Städte anschließen, könnte der Druck auf den Konzern erhöht werden.
Die fehlenden Informationen in Navigationssystemen verschärfen nach Ansicht der Stadt die ohnehin angespannte Verkehrslage rund um die Neutorsperre. Besonders der Müllner Hügel hat sich zu einem Nadelöhr entwickelt. Bis zu 60 Busse pro Stunde werden über diese Strecke geführt, gleichzeitig ist dort weiterhin Ziel- und Quellverkehr mit Autos erlaubt.
Verkehrsdaten stehen digital bereit
Google Maps zeigt derzeit vor allem vollständige Straßensperren an. Komplexere Zufahrtsbeschränkungen werden hingegen nicht immer berücksichtigt. Die Sperre beim Neutor selbst ist im Navigationssystem sichtbar.
Laut Mobilitätsforscher Karl Rehrl von Salzburg Research sind die entsprechenden Verordnungen bereits digitalisiert und über das österreichische Verkehrsinformationssystem verfügbar. Navigationsanbieter könnten diese Daten abrufen und in ihre Systeme übernehmen. Bei europäischen Anbietern funktioniere das derzeit besser als bei Google.
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