Radikale Szene

So viele islamistische Gefährder leben in Deutschland

Ein Polizeiwagen der Kriminaltechnik fährt am Sonntag in einer Kleingartenanlage im westlichen Berliner Bezirk Spandau in Richtung des Tatorts, in einem Gartenbereich nahe der Stelle, an der der Hauptverdächtige des tödlichen Anschlags der vergangenen Nacht in der Nähe der Berliner Pride-Parade erschossen wurde.
© APA/AFP/JOHN MACDOUGALL
Der CSD-Terrorist, der in Berlin eine Frau tötete und viele weitere Menschen verletzte, soll bereits früher einen Anschlag geplant haben. Tausende gewaltbereite Islamisten und hunderte Gefährder leben laut Verfassungsschutz in Deutschland.
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Ein 21-jähriger mutmaßlicher IS-Anhänger, Abdul B., tötete eine Frau und verletzte mindestens 29 weitere Menschen am Rande der Berliner CSD am Samstagabend. Der Mann war den Sicherheitsbehörden längst bekannt. Er saß bereits wegen früherer Anschlagspläne im Gefängnis, sollte an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen und wurde als Gefährder geführt. Berichten von "Süddeutsche Zeitung", "NDR" und "WDR2 zufolge wurde er von den Behörden teilweise observiert und sein Telefon überwacht. Man stufte ihn als radikalisiert und gewaltbereit ein. Dennoch konnte die Tat nicht verhindert werden.

Tausende Islamisten in Deutschland

Der deutsche Verfassungsschutz zählte im vergangenen Jahr bundesweit insgesamt 28.645 erfasste Islamisten. Rund 9.110 Personen gelten laut Schätzungen als gewaltorientiert – das bedeutet, sie sind entweder bereits gewalttätig geworden oder befürworten Gewalt ausdrücklich. Der Verfassungsschutz hat besonders Gefährder im Visier. Laut Angaben des Deutschen Bundestages (Stand: September 2025) gibt es rund 450 dieser islamistischen Extremisten in Deutschland. Ihnen trauen die Behörden schwerste politisch motivierte Straftaten bis hin zu fatalen Terroranschlägen zu.

So arbeiten die Verfassungsschützer

Die Beamten analysieren islamistische Netzwerke tiefgreifend, sammeln und werten Daten aus dem Internet und sozialen Netzwerken aus. Die Behörden können Verdächtige gezielt observieren und auch deren Telefonate oder SMS überwachen. Stoßen die Ermittler dabei auf konkrete Hinweise, werden diese umgehend an die zuständigen Sicherheitsbehörden, wie beispielsweise die Landeskriminalämter, weitergeleitet.

Hohe Zahlen mitten in Berlin

Ein genauerer Blick auf die Bundeshauptstadt Berlin zeigt, wie ernst die Lage in Ballungsräumen ist. Dort listet der Verfassungsschutz knapp 2.600 Islamisten auf. Erschreckend ist dabei, dass mehr als 900 von ihnen als gewaltorientiert gelten. Zu den größten radikalen Gruppen in der Metropole gehören gewaltorientierte Salafisten mit etwa 350 Personen sowie rund 500 Anhänger von Hamas und Hisbollah. Wie viele tatsächliche Mitglieder der Terrormiliz IS sich darunter befinden, lässt sich mangels gesicherter Zahlen aktuell nicht feststellen.

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