Sperre ab November

Salztorbrücke wird abgerissen und neu gebaut

Brücke über den Donaukanal in Wien mit Spaziergängern am Ufer und Hügeln im Hintergrund.
© MA 29
Die Salztorbrücke steht vor dem Aus in ihrer heutigen Form. Nach intensiven Prüfungen sperrt die Stadt die Verbindung für den Autoverkehr und bereitet einen Neubau vor.
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Die Salztorbrücke über den Donaukanal steht vor einem kompletten Neubau. Ab 10. November dürfen keine Autos und Lkw mehr über die Verbindung zwischen Innenstadt und Leopoldstadt fahren. Fußgänger, Radfahrer und der Citybus 2A können die Brücke vorerst weiterhin nutzen. Anfang 2028 soll der Abbruch beginnen, der Neubau startet nach aktuellem Zeitplan Anfang 2029.

Die 91 Meter lange Brücke wurde 1961 eröffnet und ist eine besondere Spannbetonkonstruktion, die es in dieser Form in Wien kein zweites Mal gibt. Ihr Zustand wird seit Jahren mit Riss-, Neigungs- und Schallemissionsmessungen überwacht. Nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden im Jahr 2024, die eine ähnliche Spannstahlkonstruktion hatte, wurden die Kontrollen in Wien nochmals verstärkt.

Belastungstest brachte neue Erkenntnisse

Zu Jahresbeginn setzte die Stadt eine Expertenkommission unter der Leitung des Brückenexperten Patrick Huber von der TU Wien ein. Zusätzlich wurde ein Belastungstest durchgeführt. Die dabei gewonnenen Messwerte wurden mit Berechnungsmodellen verglichen, um das aktuelle Tragverhalten der Brücke genauer beurteilen zu können.

Karte von Wien mit Sperrung der Salztorbrücke für PKW und Umleitungen ab 10.11.26 eingezeichnet.
© MA 29

Auf Basis dieser Untersuchungen empfahlen die Experten einen Neubau. "Die Nutzungsdauer der Salztorbrücke beträgt dann beinahe 70 Jahre. Dies ist eine übliche Lebensdauer für Spannbetonbrücken aus den Anfängen der 60er Jahre", erklärt Huber.

Bis zum Abbruch soll die Brücke weiterhin engmaschig überwacht werden. Nach derzeitigem Wissensstand könne sie mit deutlich reduzierter Belastung sicher genutzt werden. Sollten die Sensoren jedoch etwa Spanndrahtbrüche an kritischen Stellen oder Biegerisse feststellen, müsste der Verkehr sofort vollständig gesperrt werden.

Citybus 2A darf weiter über die Brücke

Die Salztorbrücke in Wien überspannt den Donaukanal, Autos fahren, ein Ausflugsschiff fährt darunter durch.
© MA 29

Mit der Sperre im November fällt vor allem der Autoverkehr weg. "Wir beobachten und prüfen die Salztorbrücke seit vielen Jahren sehr intensiv und gehen keinerlei Risiko ein", sagt Wolfgang Strenn, Leiter der MA 29. Die Belastung durch Fußgänger, Radfahrer und den Citybus liege deutlich unter den beim Test untersuchten Werten.

Der 2A fährt zu den Hauptverkehrszeiten alle zehn bis 14 Minuten über die Brücke. Aufgrund seines vergleichsweise geringen Gewichts spielt der Bus laut Stadt aus statischer Sicht derzeit keine wesentliche Rolle. Täglich nutzen derzeit rund 12.000 Fahrzeuge, etwa 3.000 Radfahrer und rund 6.100 Fußgänger die Salztorbrücke. Nach der Sperre wird der Autoverkehr Richtung 1. Bezirk über die Roßauer Brücke geführt. In Richtung 2. Bezirk dienen die Marienbrücke und die Augartenbrücke als Ausweichrouten.

Abbruch beginnt Anfang 2028

Nach der Sperre laufen die Planungen für die neue Brücke an. Vorgesehen sind Ausschreibung und Wettbewerb sowie die notwendige Umlegung von Versorgungsleitungen. Anfang 2028 soll der Rückbau starten, Anfang 2029 die Errichtung der neuen Salztorbrücke.

Fernwärme-, Strom- und andere wichtige Leitungen über den Donaukanal sollen auch während der Arbeiten ohne Unterbrechung in Betrieb bleiben. Die Stadt will zudem die Verkehrsmaßnahmen rund um die Baustelle mit anderen Projekten in der Umgebung abstimmen.

"Für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer wird es zeitgerecht detaillierte Informationen zu den Querungsmöglichkeiten geben", sagt Baustellenkoordinator Christian Zant. Auch die Beschilderung soll während der Arbeiten laufend kontrolliert werden.

Mehr Platz für Radler und Fußgänger

Die umliegenden Brücken wurden teilweise bereits erneuert oder für die zusätzliche Belastung vorbereitet. Die Gesamtinstandsetzung der Aspernbrücke wurde 2024 abgeschlossen, jene der Augartenbrücke im Juli 2025. Auf der Marienbrücke, die künftig einen Teil des zusätzlichen Verkehrs aufnehmen soll, wurde im heurigen Sommer der Fahrbahnbelag ausgebessert.

Nach Fertigstellung der neuen Salztorbrücke soll auch sie umfassend saniert werden. Mit dem Neubau soll sich auch die Aufteilung des Verkehrs ändern. Für Radfahrer ist mehr Platz vorgesehen, Fußgänger sollen eine komfortablere Querung bekommen. Busse werden die Verbindung ebenfalls weiterhin nutzen können. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Brücke auch wieder für den Individualverkehr geöffnet werden.

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