Mittelmeer-Alarm

Rekordhitze: Jetzt drohen Killer-Keime an Italiens Küste

Strand mit gelb-blauen Sonnenschirmen, Liegestühlen und Badegästen am klaren Meer bei Taormina.
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Bis zu jeder dritte Fall endet tödlich.
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Italien zählt auch in diesem Sommer zu den beliebtesten Reisezielen Europas. Doch die hohen Wassertemperaturen bringen nicht nur angenehme Badetage, sondern auch eine unsichtbare Gefahr mit sich. In der Straße von Messina zwischen Sizilien und Kalabrien wurde das Bakterium Vibrio vulnificus nachgewiesen. Der Erreger wird häufig als "Fleischfresser-Bakterium" bezeichnet und kann schwere, im schlimmsten Fall tödliche Infektionen auslösen.

Neu ist die Gefahr allerdings nicht. Forscher der Universität Messina hatten den Erreger bereits vor mehr als 20 Jahren in der Meerenge nachgewiesen. Durch die zunehmende Erwärmung der Meere könnten sich die Bedingungen für Vibrionen jedoch weiter verbessern. Besonders wohl fühlen sich die Bakterien in warmem, leicht salzhaltigem Küstenwasser. Experten rechnen deshalb damit, dass sich ihr Lebensraum künftig weiter ausbreitet.

3D-Illustration des Bakteriums Vibrio vulnificus unter dem Mikroskop, detailreiche Ansicht.
Vibrio vulnificus bacterium in detailed microscopic view. This pathogen causes necrotizing fasciitis. 3D illustration. Medical microbiology. © Getty Images

Gefährlich bei kleinen Verletzungen

Für Badegäste besteht vor allem dann ein Risiko, wenn das Bakterium über offene Wunden, Schürfungen oder andere Hautverletzungen in den Körper gelangt. Auch frisch gestochene Tätowierungen können eine Eintrittspforte sein. Zudem kann eine Infektion durch den Verzehr roher oder nicht ausreichend gegarter Meeresfrüchte entstehen.

Besonders gefürchtet ist der aggressive Verlauf einer Infektion. Das Bakterium kann innerhalb kurzer Zeit Gewebe zerstören und eine sogenannte nekrotisierende Fasziitis auslösen. Dabei sterben Haut und tieferliegendes Gewebe ab. Gelangen die Erreger in die Blutbahn, kann sich eine lebensbedrohliche Sepsis entwickeln.

Bis zu jeder dritte Fall endet tödlich

Wie ernst die Gefahr ist, zeigen Zahlen aus den USA. In Florida wurden 2025 insgesamt 33 Infektionen und fünf Todesfälle gemeldet. Im Jahr davor waren es sogar 82 Infektionen und 19 Todesopfer. Insgesamt enden laut Experten etwa 20 bis 35 Prozent der Infektionen tödlich. Bei einem septischen Schock oder bei besonders gefährdeten Patienten kann die Sterblichkeit sogar deutlich über 50 Prozent liegen.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Personen mit Lebererkrankungen, Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem.

Diese Symptome sollten ernst genommen werden

Eine Infektion kann zunächst mit Durchfall, starken Magen-Darm-Beschwerden und hohem Fieber beginnen. Später können starke Schmerzen, Schwellungen sowie blasige oder blutende Hautveränderungen auftreten. Bei einer schnellen Verschlechterung ist sofort medizinische Hilfe notwendig.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) rät Menschen mit offenen Wunden deshalb, auf das Baden in möglicherweise belasteten Küstengewässern zu verzichten. Mit dem "Vibrio Viewer" stellt die Behörde zudem ein Überwachungssystem bereit, das Regionen mit besonders günstigen Bedingungen für die Vermehrung der Bakterien anzeigt.

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