Kaum noch Wasser

Rekordhitze: Italien trocknet völlig aus

Luftaufnahme einer Eisenbahnbrücke über fast ausgetrocknete Sandbänke des Po bei Mezzana Bigli.
© APA/AFP/STEFANO RELLANDINI
Die anhaltende Dürre und eine Serie von Hitzewellen lassen die Wasserreserven in Norditalien drastisch schrumpfen
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Die anhaltende Dürre und eine Serie von Hitzewellen lassen die Wasserreserven in Norditalien drastisch schrumpfen. Besonders angespannt ist die Lage in der Lombardei: Nahe der Stadt Cremona führt der Po derzeit außergewöhnlich wenig Wasser. Auch die großen Seen Norditaliens liegen nach Angaben des Wasserobservatoriums des Bauernverbands ANBI deutlich unter ihren für diese Jahreszeit üblichen Pegelständen.

Sandbänke am Po-Fluss bei niedrigem Wasserstand in Mezzana Bigli, Norditalien, unter blauem Himmel.
© APA/AFP/STEFANO RELLANDINI

In der Lombardei stehen derzeit nur rund 798,5 Millionen Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Normalerweise umfasst die Wasserreserve um diese Jahreszeit etwa 1,6 Milliarden Kubikmeter. Damit ist weniger als die Hälfte der üblichen Menge vorhanden.

Ungewöhnlich große Sand- und Kiesbänke

Der Po ist mit mehr als 600 Kilometern der längste Fluss Italiens. Satellitenbilder des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus, die zwischen dem 1. und 3. August aufgenommen wurden, zeigen entlang des Flusses bei Cremona ungewöhnlich große Sand- und Kiesbänke, die normalerweise unter Wasser liegen.

Weiter flussabwärts verschärft sich die Lage. Bei Pontelagoscuro in der Provinz Ferrara sank die Abflussmenge Anfang August auf 220,4 Kubikmeter pro Sekunde. Ende Juni waren dort bereits nur noch rund 350 Kubikmeter gemessen worden, während der saisonale Durchschnitt bei etwa 1.100 Kubikmetern liegt. Im Juli blieb der Wert durchgehend unter 320 Kubikmetern.

Luftaufnahme der teils ausgetrockneten Po-Flusslandschaft mit Sandbänken und Brücke bei Mezzana Bigli.
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Geringe Strömung hat Folgen bis zur Mündung

Die geringe Strömung hat Folgen bis zur Po-Mündung: Salzwasser dringt inzwischen mehr als 20 bis 25 Kilometer weit in die Mündungsarme des Deltas vor. Das Wasser ist dadurch für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen zu salzig. Die Bewässerung wurde teilweise eingestellt, Ernten sind gefährdet. Auch die Flussökosysteme sowie die Süßwasserfischerei leiden unter der Entwicklung.

Die Wasserknappheit im gesamten Po-Einzugsgebiet wurde inzwischen als "hoch" eingestuft. Das zuständige Beobachtungsgremium hob die Einstufung Ende Juli von "mittel" auf "hoch" an. Auch in Venetien sind wichtige Flüsse betroffen. Am Brenta bei Bassano del Grappa wurden zuletzt nur noch 31 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen, gegenüber einem Mindestwert von 44 Kubikmetern. Wasserentnahmen aus Tagliamento, Livenza und Piave wurden teilweise eingestellt, weil auch dort Salzwasser aus dem Meer flussaufwärts vordringt.

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