Eklat in Dublin

Protest-Chaos beim ÖFB! Darum flogen Tennisbälle

Ein Ordner sammelt auf das Spielfeld geworfene Tennisbälle während eines Fußballspiels ein.
© APA/AFP/PAUL FAITH
Tennisball-Hagel, Flitzer und minutenlange Unterbrechung beim 2:2 gegen Irland in der Nations League: Das steckte hinter den wilden Szenen in Dublin.
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Mitten im Nations-League-Duell zwischen Irland und Österreich wurde es plötzlich turbulent. In der 20. Minute flogen zahlreiche Tennisbälle auf den Rasen des Aviva Stadium, Schiedsrichter und Spieler mussten warten. Die Partie war rund vier Minuten unterbrochen.

Auf den Bällen klebten Aufkleber in den Farben der palästinensischen Flagge sowie die Aufschrift "#StopTheGame". Wenige Minuten später gelangte zudem ein Flitzer mit palästinensischer Flagge auf den Platz, ehe Sicherheitskräfte eingriffen. Die Begegnung wurde damit innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal gestoppt.

Protest galt nicht Österreich

Hinter der Aktion steckte der Streit um Irlands Nations-League-Spiele gegen Israel. Die Kampagne "Stop the Game" fordert, dass Irland diese Partien nicht austrägt. Bereits vor dem Österreich-Spiel hatten Aktivisten vor dem Stadion demonstriert und die irische Mannschaft aufgefordert, auf das kommende Duell mit Israel zu verzichten.

Der Protest während des ÖFB-Spiels richtete sich damit nicht gegen Österreich.

"Stop the Game" hatte schon vor der Partie einen offenen Brief an Irlands Teamchef Heimir Hallgrímsson und die Spieler veröffentlicht. Darin wurde gefordert, beim nächsten Nations-League-Spiel gegen Israel nicht anzutreten.

Bazunu boykottierte Israel-Spiel

Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei Irlands Torhüter Gavin Bazunu. Er verzichtete bereits auf das vergangene Spiel gegen Israel und begründete dies mit seiner Haltung zum Krieg im Gazastreifen. Die Protestgruppe zeigte vor dem Aviva Stadium auch Transparente zur Unterstützung des Goalies.

Die Mannschaft selbst entschied sich letztlich mehrheitlich dafür, die Nations-League-Partien gegen Israel auszutragen. Der irische Verband FAI bestätigte diese Entscheidung Ende September.

Irland muss für "Heimspiel" nach Serbien

Der Konflikt rund um das nächste Spiel ist besonders brisant: Irlands eigentliches Heimspiel gegen Israel am Sonntag, 4. Oktober, findet gar nicht in Dublin statt. Der Verband verlegte die Partie mit UEFA-Zustimmung ins serbische Bačka Topola. Gespielt wird in der TSC Arena – hinter verschlossenen Türen.

Die FAI begründete die Verlegung offiziell mit "operational challenges", die eine Austragung auf irischem Boden erschweren könnten. Auch irische Fans erhalten keine Tickets.

Tennisbälle flogen schon einmal

Ganz neu ist die Protestform nicht. Bereits im Mai waren bei einem irischen Länderspiel gegen Katar Tennisbälle auf das Spielfeld geworfen worden – ebenfalls als Protest gegen die geplanten Spiele mit Israel.

Diesmal bekam das ÖFB-Team die Aktion unfreiwillig aus nächster Nähe mit. Sportlich ließ sich Österreich davon letztlich nicht aus der Bahn werfen: Nach 0:2-Rückstand holte die Rangnick-Elf noch ein 2:2.

Sicherheitskräfte entfernen einen Flitzer während eines Fußballspiels vom Spielfeld.
A pitch invader is removed during their UEFA Nations League, League B - Group 3, football match between Republic of Ireland and Austria at the Aviva Stadium in Dublin, Ireland on October 1, 2026. (Photo by Paul Faith / AFP) © APA/AFP/PAUL FAITH
Sicherheitskräfte halten einen Flitzer während eines Fußballspiels im Stadion fest.
DUBLIN, IRELAND - OCTOBER 01: Security staff tackle a protestor who ran onto the pitch during the UEFA Nations League 2026/27 group phase match between Republic of Ireland and Austria at Aviva Stadium on October 01, 2026 in Dublin, Ireland. (Photo by Charles McQuillan/Getty Images) © Getty Images

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