Kürzungen

ORF-Kahlschlag: Sender wird Budget halbiert

© APA/HARALD SCHNEIDER
Sparzwang auf dem Küniglberg beim öffentlich-rechtlichen ORF. Der Spartensender ORF3 soll mit sieben Millionen Euro die Hälfte seines Programmbudgets einsparen.
OE24 auf Google bevorzugen

Der Sparhammer schlägt am Küniglberg zu! Der Informations- und Kultursender ORF 3 soll ab 2027  sieben von rund 15 Millionen Euro seines Programmbudgets einsparen. Das Budget für das Programm wird somit halbiert. Über die Pläne berichten Standard und Kurier. Das gesamte Budget von ORF 3 liegt bei rund 30 Millionen Euro.

"Brutale" Höhe der Kürzungen

Auf Medienanfragen bestätigt der ORF, dass "Doppel- oder Mehrgleisigkeiten evaluiert und gegebenenfalls bereinigt" würden, sagt zur Höhe der Einsparungen aber noch nichts. Insider sprechen von "brutalen" Kürzungen.

Eine Einsparung in dieser Größenordnung könnte das Programmschema massiv verändern, informierte am Montag ORF-Chefin Ingrid Thurnher die Belegschaft.

Ob das die mehrstündige Infoschiene Aktuell betrifft oder Eigenproduktionen wie Dokus und Kulturveranstaltungen ist noch unklar.

Künftig soll ORF-3-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher neben der Infoschiene auch den Kulturbereich des Senders leiten, berichtet der Standard. ORF-3-Kulturprogrammchef Peter Fässlacher soll nicht verlängert werden.

Regierung streicht 93 Millionen aus ORF-Budget

Der Sparkurs rüttelt auch an der Struktur von ORF 3. Im Raum steht, dass der als Tochterfirma geführte Sender künftig mehr in den ORF-Mutterkonzern integriert wird. Einem weit günstigeren Kollektivvertrag im Vergleich zum Haupthaus für die rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen zwei ORF-3-Geschäftsführer gegenüber, die zu den Spitzenverdienern im ORF gehören.  Die Regierung zwingt den ORF zum Sparen. Die Regierung streicht ab nächstem Jahr volle 93 Millionen aus dem ORF-Budget.

Konkret streicht die Regierung die Abgeltung des Bundes für den Entfall der Umsatzsteuer und den damit einhergehenden Vorsteuerabzug mit dem Umstieg auf den ORF-Beitrag. Noch-ORF-Chefin Ingrid Thurnher und Clemens Pig, der neue ORF-Generaldirektor ab 1. Jänner, haben angekündigt, eine Klage einzubringen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden