Umfrage-Tief
ÖGB-Boss: SPÖ hat "viel zu diskutieren"
ÖGB-Chef Wolfgang Katzian ortet Diskussionsbedarf in der SPÖ angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse. "Niemand, der sich mit dieser Bewegung identifiziert, kann froh sein, wenn Umfrageergebnisse so sind, wie sie sind", sagte er am Samstag bei Ö1 "Im Journal zu Gast". Nachsatz: "Und ich weiß auch, dass wir viel zu diskutieren haben."
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In der neuesten Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 17. bis zum 25. 8., max. Schwankung 2,2 %) kommt die SPÖ nur mehr auf 15 Prozent, ein historischer Tiefstand.
Die nötigen Diskussionen will Katzian aber "nicht in der Öffentlichkeit führen", so der Gewerkschaftschef: "Ich mache das in den Parteigremien. Dort werde ich meine Meinung sagen, werde ich mich auch zu Wort melden." Katzian ist der Ansicht, dass es viel zu tun gibt, "um das Vertrauen, das angeknackst ist, bei den Menschen zurückzugewinnen." Der beste Weg dafür sei, "gute Ergebnisse zu liefern".
Babler der richtige Mann an der Spitze?
Auf die Frage, ob Babler der richtige Mann an der Spitze dafür sei, meinte Katzian knapp: "Ja, er ist unser Parteivorsitzender." Auf Nachfrage, ob Babler auch Vorsitzender bleibe, wenn es noch weiter nach unten geht, meinte der ÖGB-Chef: "Er ist unser Parteivorsitzender". Eine bedingungslose Unterstützungserklärung klingt wohl anders. Katzian hält aber auch fest: Für ihn sei Babler nicht "zu links".
Mit Regierungsarbeit zufrieden
Mit der Regierungsarbeit zeigt sich Katzian durchaus zufrieden. Er finde, dass die Dreierkoalition "nicht so viel öffentlich streitet, wie es immer wieder dargestellt wird". Er glaube, dass es "mittlerweile einen sehr guten Mechanismus" gebe, "wie man die Meinungsunterschiede und die unterschiedlichen Ideologien von drei sehr verschiedenen Parteien unter einen Hut bringt".
Dass die SPÖ nicht alle Ziele aus dem Wahlkampf umsetzen könne, liege eben daran, dass man sich in einer Koalition mit zwei bürgerlichen Parteien befinde. "Zum Umsetzen in voller Schönheit brauchst du eine absolute Mehrheit, und die hat keiner", so Katzian. Daher müsse man zusammenarbeiten und Kompromisse finden. Das sei bei drei Parteien noch schwieriger als bei zwei Parteien, sagte Katzian.
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