Herausforderung
Niedrigwasser bremst Flusskreuzfahrten aus
Aktuell liegen 23 Flusskreuzfahrtschiffe in Wien, hieß es von der Wien Holding auf APA-Anfrage. Das sei für die Sommersaison grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Allerdings würden die Schiffe derzeit deutlich länger im Hafen verbleiben als üblich.
Rund um die Wiener Reichsbrücke stehen 12 durch Donauraum Wien, ein Unternehmen der Wien Holding GmbH, betriebene Anlegestellen zur Verfügung. Dabei können die Kabinenschiffe großteils dreireihig verheftet werden, hieß es von der Wien Holding. Dieser Umstand ergebe eine Maximalauslastung von 27 großen Kabinenschiffen.
Für viele Personenschiffe sei Wien aktuell der Endpunkt der Reise, da eine Weiterfahrt in den Osten aufgrund der Pegelstände nicht mehr möglich sei, so Wien Holding. Die Ausfälle jener Schiffe, die Wien nicht erreichen können, werden durch jene Schiffe kompensiert, die Wien nicht verlassen können.
Keine behördliche Sperre der Donau
Eine behördliche Sperre der Donau für die Schifffahrt wegen des Niedrigwassers wird es laut viadonau nicht geben. Zuständig dafür sei das Mobilitätsministerium. Allerdings gab es Sperren bisher nur bei Hochwasser. Aktuell könne man von Passau bis Melk problemlos fahren, aber ab der Wachau sei das schwieriger. Die DDSG bietet in der Wachau aktuell nur einen eingeschränkten Fahrplan an. Zudem wurde ein Tagesausflug von Wien nach Bratislava, der am kommenden Freitag stattfinden sollte, abgesagt, wie auf der DDSG-Homepage ersichtlich ist.
Die aktuelle Situation kann mit dem historischen Tief aus dem Jahr 2018 verglichen werden. Damals sei das Transportaufkommen um 25,1 Prozent gegenüber 2017 eingebrochen, so viadonau. Statt 9,6 Millionen Tonnen seien nur mehr 2,2 Mio. Tonnen an Gütern auf der österreichischen Donau befördert worden. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 - die aktuellsten zur Verfügung stehenden Zahlen - wurden 6,6 Mio. Tonnen verschifft. Dabei folgt Österreich dem EU-weiten Trend, dass im Laufe der Jahre immer weniger Tonnen an Gütern auf den Binnengewässern transportiert werden.
Auch interessant
Große Herausforderung für Logistik
Daher ist große Flexibilität bei der Logistik gefragt. Einerseits werden Güter auf mehrere Schiffe verteilt, um den Tiefgang zu verringern. Andererseits wird die Fracht auf Bahn oder Straße verlagert. Im Jahr 2024 bestand der sogenannte Modalsplit für den österreichischen Donaukorridor in einer Aufteilung von 65 Prozent auf der Straßen, 28 Prozent auf der Schiene und 7 Prozent auf dem Wasser.
Dieses Verhältnis könnte sich kurzzeitig verschieben. Allerdings könne man nicht alle Güter verlagern oder nur sehr schwer, etwa mit Sondertransporten, so viadonau. Zudem werde oft Ware mit dem Schiff transportiert, die nicht zeitkritisch sei. Deswegen könne mit dem Transport auch zugewartet werden.
Man müsse den kompletten europäischen Donauraum sehen. Eine Güterschifffahrt lohne sich eigentlich erst, wenn die ganze Donau offen sei. In Rumänien und Ungarn gäbe es größere Probleme. Laut Jahresbericht für 2024 stellte der grenzüberschreitende Verkehr auf der österreichischen Donau einen Anteil von 94,1 Prozent des Gesamttransportvolumens. Nur 5,9 Prozent wurden innerhalb Österreichs verschifft. Die durchschnittliche Beförderungsweite einer verschifften Tonne betrug 946 Kilometer.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden