Jedes Frühjahr machen sich Tausende Kröten, Frösche und Molche in Wien auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Damit ihre Wanderung nicht auf der Straße endet, baut die Stadt beim Hanslteich eine dauerhafte Amphibienschutzanlage.
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Vor allem entlang der Strecke zwischen Amundsenstraße 5 und dem Kreisverkehr bei der Marswiese wird die jährliche Krötenwanderung zur tödlichen Gefahr. In starken Wanderjahren sind dort bis zu 3.000 Amphibien unterwegs. Bisher mussten freiwillige Helfer während der Hauptsaison täglich ausrücken, um die Tiere vor dem Verkehr zu schützen und sicher über die Straße zu bringen.
Dauerhafte Lösung für den Wienerwald
Nun soll eine permanente Schutzanlage Abhilfe schaffen. Für das zweite Teilprojekt erfolgte am 28. September der Spatenstich. Nach Abschluss der Arbeiten im November werden Amphibien und andere Kleintiere insgesamt elf sichere Querungsmöglichkeiten entlang der Strecke nutzen können. Die neue Anlage gilt als wichtiger Beitrag zum Erhalt der streng geschützten Bestände im Wienerwald.
Bereits seit Juli wird beim Schottenhof die bestehende Anlage erweitert. Das Projekt wurde von der Stadt Wien geplant und gemeinsam mit Grundstückseigentümern umgesetzt. Davon profitieren zahlreiche heimische Arten: Insgesamt leben in Wien 17 Amphibienarten, darunter seltene Vertreter wie Wechselkröte, Donaukammmolch und Bergmolch. Häufiger anzutreffen sind Erdkröten und verschiedene Froscharten. Auch der auffällige Feuersalamander soll durch die neuen Schutzmaßnahmen bessere Überlebenschancen erhalten.
Stimmen zur Umsetzung
"Amphibienschutz ist auch Artenschutz, denn hier kommt etwa der seltene und stark gefährdete Alpenkammolch vor. Der Aufwand zur Errichtung der Anlage macht sich doppelt bezahlt: Für die Amphibien mit einem aufgewerteten Lebensraum und für die freiwilligen Helfer*innen, die nicht mehr Freizeit und Nachtruhe opfern müssen, um die Tiere sicher über die Straße zu tragen", betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.
Peter Jagsch, Bezirksvorsteher von Hernals, begrüßt das erfolgreich gestartete zweite Teilprojekt ebenso: "Ich freue mich, dass die Arbeiten jetzt starten. Mit den fixen Tunneln können unsere heimischen Arten sicher die Straße unterqueren. Danke an die Fachabteilungen der Stadt Wien für die professionelle Vorbereitung und an den VGT (Verein gegen Tierfabriken), der seit Jahren mithilft, die Tiere sicher über die Straße zu bringen."
"Ich freue mich, dass der Bezirk Penzing mit dem ersten Abschnitt der Anlage dazu beitragen kann, dass in Zukunft die hier vorkommenden Amphibien besser geschützt an ihr Ziel kommen. Diese Tunnel erleichtern zudem die Arbeit der vielen Freiwilligen, bei denen auch ich mich noch einmal ausdrücklich für ihre Unterstützung bedanken möchte", ergänzt Michaela Schüchner, Bezirksvorsteherin von Penzing.
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