Gespräche dauern an
Millionenstreit bremst Sanierung der UNO-City
Die UNO-City in der Donaustadt ist mittlerweile 47 Jahre alt und braucht eine umfassende Sanierung. Doch obwohl darüber seit Jahren verhandelt wird, ist noch immer offen, wer für die Kosten von rund 330 Millionen Euro aufkommen soll. Wie ORF Wien berichtet, konnten sich die Republik und die vier großen am Standort vertretenen UNO-Organisationen bisher auf keine Aufteilung einigen.
Der Gebäudekomplex an der Wagramer Straße stammt aus den 1970er Jahren und gehört der Republik Österreich. Dem Vernehmen nach werden Reparaturen immer häufiger notwendig. Erneuert werden müssten unter anderem Büros, Konferenzräume, Flachdächer sowie Teile der Heizungs- und Klimatechnik.
Ministerien verhandeln weiter
Betroffen sind die Internationale Atomenergieorganisation IAEO, das Büro der Vereinten Nationen in Wien UNOV, die UN-Industrieorganisation UNIDO und die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen CTBTO. "Die regelmäßigen Gespräche über eine Lösung im gemeinsamen Interesse werden fortgesetzt", heißt es laut ORF Wien aus dem Außenministerium.
Auch das Wirtschaftsministerium verweist auf laufende Gespräche. Das Finanzministerium teilte mit, dass eine umfangreiche Sanierung bei den vergangenen Budgetverhandlungen für das Doppelbudget 2027 und 2028 kein Thema gewesen sei. Auch die Stadt bestätigt, dass bisher keine Einigung erzielt wurde. Die UNO in Wien äußerte sich zu den laufenden Verhandlungen nicht.
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Symbolische Miete für UNO-Organisationen
Anders als an den UNO-Standorten in New York oder Genf gehört das Vienna International Centre nicht den Vereinten Nationen. Eigentümer ist die Republik Österreich. Die vier großen Organisationen zahlen für die Nutzung lediglich eine symbolische Miete von weniger als einem Euro pro Jahr.
Für gewöhnliche Reparaturen gibt es bereits eine Vereinbarung. Österreich und die Organisationen teilen sich die Kosten jeweils zur Hälfte. Dafür stehen allerdings höchstens sechs Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Für die geplante Generalsanierung mit einem Volumen von rund 330 Millionen Euro reicht diese Regelung bei Weitem nicht aus.
Nach ORF-Informationen drehen sich die Gespräche deshalb weiterhin im Kreis. Alle Beteiligten würden auf knappe Budgets verweisen. Gleichzeitig steige mit jedem weiteren Aufschub das Risiko zusätzlicher Schäden. Auch die Sanierung selbst könnte dadurch noch teurer werden.
36 Millionen Euro für Brandschutz
In einem Bereich wollte die Republik nicht länger zuwarten. Der dringend notwendige neue Brandschutz soll noch im Herbst in Angriff genommen werden. Österreich hatte bereits im Vorjahr beschlossen, die Kosten von 36 Millionen Euro alleine zu übernehmen.
Der deutlich größere Brocken steht allerdings noch bevor. Für die weiteren Sanierungsphasen werden rund 330 Millionen Euro veranschlagt. Damit geht es um fast das Zehnfache der Kosten für die erste Phase. Solange sich Österreich und die UNO-Organisationen nicht auf die Finanzierung einigen, bleibt offen, wann die umfassende Erneuerung tatsächlich starten kann.
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