Auch Asien dagegen

Mehrheit dagegen: Infantinos WM-Plan steht vor dem Aus

Ein Mann im Anzug mit FIFA-Logo steht vor unscharfem Hintergrund im Stadion.
© DeFodi Images via Getty Images
Innerhalb von nicht einmal 24 Stunden hat sich eine Mehrheit der FIFA-Mitgliedsländer gegen die umstrittenen Investorenpläne des Weltverbands ausgesprochen.
OE24 auf Google bevorzugen

Am Donnerstag hatten die 55 Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in diesem Konnex gar mit einem WM-Boykott gedroht. Gegen die Pläne stellten sich danach auch die Verbände für Nord-, Mittelamerika und Karibik (CONCACAF) und Asiens (AFC) mit 35 bzw. 46 FIFA-Mitgliedsverbänden - in Summe 136 Stimmen.

Das ist klar mehr als die einfache Mehrheit von 106 Stimmen. Noch vor dem am Freitagvormittag (MESZ) erfolgten Schritt Asiens hatte sich die FIFA gemeldet, man wolle trotz heftiger Kritik und Boykott-Drohungen am Vorhaben zur Gründung einer kommerziellen Tochtergesellschaft festhalten: "Unser geplanter Konsultationsprozess wurde durch irreführende Medienberichte gestört. Wir werden diesen Konsultationsprozess fortsetzen, um sicherzustellen, dass jeder Mitgliedsverband seine Stimme auf der Grundlage der tatsächlichen Fakten abgeben kann."

Tortendiagramm mit der Anzahl der FIFA-Mitgliedsländer pro Kontinentalverband.
© APA

FIFA kontert: "Niemand verkauft den Fußball"

"Niemand verkauft den Fußball", beteuerte der Weltverband. "Das ist etwas, was die FIFA niemals in Betracht ziehen würde." Die FIFA Forward Enterprise (FFE) sei ausschließlich vorgeschlagen worden, um sicherzustellen, dass alle FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen.

Der Weltverband um Präsident Gianni Infantino hatte am Dienstag angekündigt, über die geplante Tochtergesellschaft FFE mehr als vier Milliarden Dollar (3,49 Mrd. Euro) von externen Investoren einwerben zu wollen. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, dessen Mehrheitseigentümer der Weltverband wäre. Der Weltverband setzte mit 19. September eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung.

Asien: "Plan kann erforderliche Zustimmung nicht erhalten"

Die FIFA verwies in ihrer Reaktion auf ihre "demokratischen Grundsätze". Jeder habe das Recht, seinen Widerstand zum Ausdruck zu bringen und weitere Klarstellungen einzufordern, "aber keine einzelne Instanz kann für sich beanspruchen, alle 211 Mitgliedsverbände weltweit zu vertreten", hieß es. "Jedem Mitgliedsverband sollte es gestattet sein, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden."

Die UEFA inklusive dem österreichischen Verband (ÖFB) hatte am Donnerstag betont, solange Europa eine Stimme habe, werde der Fußball nicht zum Verkauf stehen. "Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet", schrieb die UEFA nach einer Dringlichkeitssitzung.

Asiens Verband folgte im Wesentlichen der Argumentation der anderen beiden Verbände: "Im Licht der klaren Positionierungen von UEFA und CONCACAF wie auch der beispiellosen Spaltung über die Fußball-Welt", glaubt der AFC, dass der vorgeschlagene FFE realistischerweise nicht die erforderliche breite Zustimmung und Einheit erhalten kann, um weiter voranzukommen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden