Pegel sinkt
Mega-Hitze setzt dem Gardasee zu
Innerhalb weniger Tage ist der Wasserstand des größten italienischen Sees um rund zehn Zentimeter gesunken. Am Pegel in Peschiera del Garda liegt er damit erstmals in diesem Jahr wieder unter der Marke von einem Meter. Zwar ist die Situation noch weit von den historischen Niedrigwasserständen der Jahre 2023 oder 2007 entfernt, Experten beobachten die Entwicklung dennoch mit Sorge.
Grund für den sinkenden Pegel ist die Kombination aus extremer Hitze und anhaltender Trockenheit. Seit Tagen steigen die Temperaturen rund um den See auf etwa 35 Grad, am Wochenende werden laut Prognosen sogar bis zu 38 Grad erwartet. Die intensive Sonneneinstrahlung lässt enorme Wassermengen verdunsten, gleichzeitig führen die Zuflüsse derzeit vergleichsweise wenig Wasser. Zusätzlich wird über den Fluss Mincio Wasser für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in der Poebene abgegeben.
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Besonders beeindruckend ist das Ausmaß der Verdunstung: An sehr heißen Tagen können bis zu zwei Zentimeter Wasser pro Tag verloren gehen. Bei einer Wasserfläche von rund 370 Quadratkilometern entspricht das mehreren Milliarden Litern täglich.
Meteorologen rechnen damit, dass die Hitzewelle ihren Höhepunkt erst am Wochenende erreicht. Vielerorts könnten die Temperaturen nochmals um mehrere Grad steigen, bevor frühestens in der ersten Juliwoche mit einer nachhaltigen Wetteränderung gerechnet werden kann. Vereinzelte Wärmegewitter in den Alpen bringen zwar lokal etwas Regen, reichen aber nicht aus, um den Wasserhaushalt des Gardasees spürbar zu entlasten.
Von einem Austrocknen des Sees kann dennoch keine Rede sein. Der Gardasee ist an seiner tiefsten Stelle 346 Meter tief und weist eine durchschnittliche Tiefe von rund 135 Metern auf. Der aktuelle Pegelrückgang ist daher vor allem ein sichtbares Zeichen dafür, wie stark außergewöhnliche Hitzeperioden inzwischen selbst große Gewässer beeinflussen.
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