Sonntag in Montreal
Krönt Gall Traumsaison mit WM-Medaille?
Für Radsport-Fans ist am Sonntag angerichtet. Ab 15 Uhr ist Eurosport beim 273-km-Straßenrennen live dabei, die Entscheidung erfolgt zur Primetime nach 21 Uhr. Hoffentlich mit Gall mittendrin.
12 Runden mit knackigen Anstiegen - großer Favoritenkreis
Die vielen kurzen Anstiege des 13,4 km langen Klassiker-Rundkurses, auf den es nach einer über 100 km langen Anfahrt geht, sind allerdings nicht ganz nach dem Geschmack unseres Rad-Helden. Trotzdem: In Abwesenheit des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogacar ist alles möglich.
Topfavorit ist der Belgier Remco Evenepoel, der sich gezielt auf die WM vorbereitet und in Kanada bereits das WM-Zeitfahren dominiert hat. Holt der Belgier auch im Straßenrennen Gold, würde er mit dem Double wie schon bei Olympia 2024 für eine Premiere sorgen. Mit Wout van Aert verfügt das belgische Team noch über ein zweites heißes Eisen.
Heiß ist auch Mathieu van der Poel. Der Niederländer kürte sich 2023 wie Evenepoel im Jahr davor bereits einmal zum Weltmeister. Van der Poel unterstrich in der Vorwoche durch ein denkwürdiges 175-km-Solo zum Sieg auf der Schlussetappe der Luxemburg-Rundfahrt seine WM-Ambitionen. Ebenfalls zu den Medaillenanwärtern zählen Frankreichs Jungstar Paul Seixas und der Mexikaner Isaac del Toro, die im Zeitfahren als Dritter bzw. Sechster überzeugten. Die Briten setzen einmal mehr auf Tom Pidcock, Spanien bietet Juan Ayuso und Vuelta-Triumphator Enric Mas auf. Slowenien verfügt mit Primoz Roglic auch ohne den wegen seiner in Spanien erlittenen Sturzverletzungen fehlenden Pogacar über einen Sieganwärter.
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Ein Regenbogentrikot besitzt Gall bereits
Gall musste die "sehr kräftezehrende" Spanien-Rundfahrt verdauen. Der Osttiroler gönnte sich nach dem dritten Gesamtrang eine ruhige Phase mit nur wenig Training. "Der Körper hat sich die Ruhe genommen oder eingefordert. Die Energie kommt aber schön langsam wieder zurück und ich freue mich auf das letzte Rennen der Saison", so der zweite des Giro d'Italia, der bereits ein Regenbogen-Trikot daheim hat: als Juniorenweltmeister 2015.
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Sollte Österreichs Radstar aber seine bestechende Form der Vuelta konserviert und die Müdigkeit abgeschüttelt haben, könnte er im erwarteten Ausscheidungsrennen bis zum Schluss an der Spitze mithalten. Gall: "Für mich gilt es, den Anfang gut zu überstehen, und dass ich dann auch im Finale schauen kann, was möglich ist." Gall freut sich vor allem auf den 1,6-km-Berg, das Hauptkriterium der WM-Runde: "Der Anstieg ist schon ganz ordentlich, der Rest eher schnell und technisch. Mir wäre lieber, wenn der Anstieg noch ein bisschen länger wäre." Die anspruchsvolle Strecke mit gesamt 3.800 Höhenmetern und die große Distanz von 273 km spiele ihm aber in die Karten: "Ich glaube, über die Länge wird es dann doch ein sehr selektives Rennen. Ich hoffe, dass ich so meine Stärke ausspielen kann."
Felix Großschartner und Patrick Konrad werden Gall so gut es geht unterstützen - sollte der Kapitän einen Einbruch haben, dürften sie "auf eigene Rechnung fahren. Konrad: "Bei einer WM kommt es auch auf die Tagesform an."
Vollering Topfavoritin, drei Österreicherinnen hoffen
Das Frauen-Rennen über 180 km und 2.600 Höhenmeter geht am Samstag in Szene. Die meisten Augen werden auf Demi Vollering gerichtet sein. Die Niederländerin geht nach ihren Siegen beim Giro und der Tour sowie mehreren Frühjahrsklassikern auf ihr erstes WM-Gold los. Titelverteidigerin ist die im Vorjahr in Kigali völlig unerwartet zum Sieg gefahrene Magdeleine Vallieres, ein weiterer Überraschungscoup der Kanadierin ist vor Heimpublikum wenig wahrscheinlich. Unerwartet käme auch ein Spitzenplatz für eine der drei Österreicherinnen Christina Schweinberger, Katharina Sadnik und Carina Schrempf.
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