Was jetzt kommt

KI: Fluch oder Segen für uns?

Eine große, violette Roboterhand zeigt auf Finanzdaten, ein Geschäftsmann steht auf ihrem Finger.
© Getty Images
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ: Handelsverbandschef Rainer Will, Ex-Finanzminister Gernot Blümel und Papst Leo XIV reden mit.
OE24 auf Google bevorzugen

Die KI-Schöpfer in den USA warnen vor dem Untergang der Menschheit. Schon in zehn Jahren könnte es vorbei sein, wenn die KI (Künstliche 
Intelligenz) außer Rand und Band gerät.

Schon jetzt hacken sich KI-Agenten in Regierungsportale und stehlen Gesundheitsdaten. Sie können Drohnen steuern, bekommen in Form von Robotern einen Körper und die größte KI-
Firma Anthropic ist geschätzte zwei Billionen US-Dollar wert und will im November an die Börse.

Höchste Zeit, sich 
Gedanken über KI zu machen. Das hat Rainer Will, der Chef des Handelsverbands, getan. In seinem aufrüttelnden Buch "Denk für mich" spielt er durch, was der Einsatz von KI für menschliche Beziehungen bedeutet.

"Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind enorm", sagt Rainer Will gegenüber oe24.

So verändert KI unsere Beziehung zum Partner

Mann im Anzug hält das Buch „Denk für mich“ von Rainer Will und lächelt in die Kamera.
Rainer Will mit seinem neuen Buch: "Denk für mich - Der Tag, an dem die Menschheit aufhörte, verstehen zu müssen" © Verlag

Die KI gibt Antworten auf viele Fragen. "Wenn man richtig handeln möchte, muss man nicht mehr verstehen", sagt Will. Ein Satz, der sitzt. "Durch die Milliarden Menschen, die die KI täglich füttern, wird sie immer besser." Das hat Auswirkungen.

“Der Mensch ist nicht mehr der erste Ansprechpartner des Menschen.”

Rainer Will

"Wenn man früher erst mit dem Partner das Gespräch gesucht hat, um ein Problem zu lösen, dann hat sich auch die Beziehung entwickelt, wenn man gute Ratschläge bekommen und Vertrauen aufgebaut hat." Wenn man fast alles nur noch am Handy regle, dringe vieles nicht mehr durch. "Das ändert die Beziehungen, ändert unser Menschsein in gewisser Weise", sagt Will. "Der Mensch ist nicht mehr der erste Ansprechpartner des Menschen."

Blümel schreibt als KI-Medizin-Unternehmer

Einen leicht positiveren Blick auf die KI wirft Ex-Finanzminister und Philosoph Gernot Blümel. Er leitet heute das "Projekt Mare", einen KI-Medizin-Park nahe Venedig, den der deutsche Unternehmer Frank Gotthardt mit über 100 Millionen Euro finanziert hat.

Ein Mann im Anzug steht vor einem modernen, digitalen Studiohintergrund.
Gernot Blümel im oe24.TV-Interview © oe24.TV

Blümel schreibt in seinem Buch "Die Selbstsetzung des Menschen": "Wir werden für Tätigkeiten bezahlt werden, für die wir uns das heute noch nicht vorstellen können." Er glaubt nicht, dass die Arbeit für Menschen je ausgeht.

Überall, wo persönliche Beziehungen für die erbrachte Leistung entscheidend seien, werden neue Arbeitsplätze entstehen. Der Experte hält fest: "Medizinisches Wissen verdoppelt sich alle sieben Monate, ohne Nutzung der KI ist es für Ärzte gar nicht möglich, auf dem neuesten Stand zu bleiben."

Ein Mann in päpstlicher Kleidung winkt freundlich in die Menge.
Papst Leo XIV © Mondadori Portfolio via Getty Im

Die menschliche Würde im Mittelpunkt

Papst Leo XIV schreibt in seiner 1. Enzyklika über die Würde des Menschen im Zeitalter der KI.

Eine religiöse Herleitung der Menschenwürde greift Blümel auch bei oe24 auf: "Aus der Gottesebenbildlichkeit des Menschen leitet sich seine Würde her." Nicht nur aus der Vernunft. Denn die KI wird beim "Denken" immer besser.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden