Jugendkriminalität

Polizeimangel: Bundesländer müssen Hilfe schicken

Mehrere Polizisten kontrollieren nachts Passanten in einem Park in Wien.
© APA/MAX SLOVENCIK
Vier Bundesländer müssen seit Montag jeden Tag Polizistinnen und Polizisten für Schwerpunktaktionen im Rahmen der Einsatzgruppe gegen Jugendkriminalität (EJK) in die Bundeshauptstadt nach Wien schicken.
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Das Innenministerium bestätigte am Donnerstag die Anordnung, jedoch ohne weiter ins Detail zu gehen. "Eine tageweise Entsendung von Kräften nach Wien ist kein Novum, sondern wird regelmäßig praktiziert", betonte ein Sprecher gegenüber der APA.

Konkret betroffen sind die Landespolizeidirektionen in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland. Insgesamt 24 Beamtinnen und Beamte pro Tag helfen seit Montag in Wien aus. Die Kräfte pendeln von Montag bis Samstag in die Bundeshauptstadt. "Wir versuchen natürlich möglichst, Freiwillige für diese Entsendungen zu finden", erklärte ein Sprecher der APA. Das stelle meist kein Problem dar, schließlich seien die Einsätze "eine willkommene Abwechslung vom Regelbetrieb auf der eigenen Dienststelle", hieß es. Das Innenministerium sprach von einem "guten Beispiel für effiziente Ressourcennutzung".

Der Grund für die Zuteilungen seien Schwerpunkte gegen Jugendkriminalität. Wieso dafür zusätzlich Beamtinnen und Beamte aus den Bundesländern in der Bundeshauptstadt aushelfen müssen, wurde nicht genannt. Derartige Zuteilungen seien jedoch auch bei Fußballspielen oder Großereignissen wie dem Song Contest üblich, hielt das Innenministerium fest.

"Polizei stößt an personelle Grenzen"

Polizisten kontrollieren bei Nacht mehrere Personen auf einer Parkbank in Wien.
Beamte der Polizei bei der Kontrolle von Jugendlichen in einem Park. © APA/MAX SLOVENCIK

Weniger glücklich über die aktuelle Maßnahme zeigten sich Personalvertreter aus den Bundesländern, aber auch aus Wien. "Uns wird gesagt, dass so viele Polizistinnen und Polizisten wie noch nie da sind und dann müssen wir zuteilen", sagte Manfred Hofbauer, Personalvertreter der roten Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) in Oberösterreich. Gerhard Zauner, Personalvertreter der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) in der Bundeshauptstadt, verwies auf 650 unbesetzte Planstellen in den operativen Bereichen in Wien (Stand 1. Juli).

Die Zuteilung sei zwar zu begrüßen, sagte auch Walter Strallhofer, FSG-Vorsitzender in Wien. "Gleichzeitig ist sie aber auch ein deutliches Eingeständnis, dass die Wiener Polizei personell an ihre Grenzen stößt. Wer Verstärkung braucht, hat kein Personalproblem gelöst." Steigende Kriminalität sorge dafür, dass der Polizei immer weniger Zeit für Prävention bleibe. "Das Dienstzeitmanagement wird diesen Trend weiter verstärken."

Daneben sollen Beamtinnen und Beamte auch nach Vorarlberg verschoben werden. Laut APA-Informationen wurde die Landespolizeidirektion Steiermark angewiesen, Exekutivbedienstete für eine Zuteilung zu den Schnellen Reaktionskräften (SRK) ins Ländle zu stellen - "aufgrund der nach wie vor bestehenden, prekären Personalsituation auf den Polizeiinspektionen", wie es in einem Schreiben heißt.

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