Paketkosten steigen

Jetzt wird es beim Online-Shopping deutlich teurer

Paketversand
© APA/AFP/GERARD JULIEN
Wer online bestellt, muss sich ab Herbst auf spürbare Mehrkosten einstellen. Neben neuen Zollgebühren sorgt eine zusätzliche Paketsteuer für höhere Preise.
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Wien. Jahrelang haben Billigpakete aus China über Plattformen wie Shein, Temu oder AliExpress die privaten Briefkästen in Europa überflutet. Allein im vergangenen Jahr kamen nach Zahlen der EU-Kommission 5,8 Milliarden Sendungen im Wert von unter 150 Euro an – das entspricht 16 Millionen Paketen pro Tag, wobei mehr als 90 Prozent aus China stammten. Die bisherige Zollbefreiung für solche Kleinsendungen sollte ursprünglich den Verwaltungsaufwand gering halten. Damit ist jedoch Schluss: Seit 1. Juli hebt die Europäische Union eine Zollgebühr in Höhe von drei Euro auf Warenlieferungen im Fernverkauf unter 150 Euro ein. Die Gebühren werden dabei pro enthaltener Warenkategorie fällig, wodurch sich die Kosten bei mehreren Artikeln pro Paket schnell summieren.

Neue Paketsteuer in Österreich

Im Oktober steigen die Kosten für Online-Bestellungen weiter, wenn in Österreich die neue Paketsteuer nach dem 30. September 2026 in Kraft tritt. Die Abgabe betrifft Händler mit einem Online-Versandhandelsumsatz von mehr als 100 Millionen Euro in Österreich, unabhängig von ihrem Sitz oder dem Warenursprung. Große Marktplätze wie Amazon, Zalando, Ebay, Temu oder Otto sind ebenso erfasst wie Shop-Apotheke, Media Markt und Ikea. Laut Finanzministerium werden zwei Euro pro Paket fällig. Da die Umsatzsteuer jedoch auf alle preisrelevanten Komponenten erhoben wird, verteuert sich eine Sendung um bis zu 2,40 Euro. Begründet wird die Maßnahme mit dem starken Wachstum des E-Commerce, der Reduzierung von Umweltbelastungen und der Stärkung des stationären Handels.

Zusätzliche Gebühren auf EU-Ebene

Auf EU-Ebene wird zudem eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr für Drittstaatensendungen diskutiert. Die sogenannte "Union Handling Fee" soll die Kosten der Zollabwicklung decken und könnte voraussichtlich ab 1. November 2026 in Kraft treten sowie zwei Euro pro Sendung betragen. Post-Generaldirektor Walter Oblin schätzt, dass sich die Zusatzkosten bei Online-Bestellungen dadurch künftig auf bis zu 7,40 Euro pro Paket summieren könnten.

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