Doppelmoral

Jetzt dafür, früher dagegen: Stadt Wien mit KI-Werbung

So soll das Placement aussehen.
© WienTourismus/Sara Stadtmiller
Der WienTourismus will mit seiner neuesten internationalen Imagekampagne "Wanderful Vienna" Wien als Stadt der Kunst und Kultur darstellen. Das Ironische: Das erste Video auf der Werbe-Webseite ist KI-generiert und das trotz früherer Kritik.
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Die Kampagne wird in Hotspots im öffentlichen Raum in den USA, Kanada und im Vereinigten Königreich sowie in renommierten Online- und Printmedien wie etwa Condé Nast Traveler, Vogue und New York Times Magazine noch bis 3. November ausgespielt.

Doch trotz des absoluten Premium-Umfelds, darunter Hotspots wie das Port Authority Midtown Bus Terminal in Manhattan, das Eaton Centre in Toronto oder U-Bahn-Stationen in London, scheute man bei der Produktion des Videos augenscheinlich die Mühe, entsprechenden Aufwand zu betreiben.

Motto widerspricht sich selbst

Beim Kampagnen-Motto "Raum für Entschleunigung zwischen kulturellen Höhepunkten" steht somit die Frage offen, wie ausgerechnet ein KI-Video einen Trend gegen Entschleunigung und ein Bewusstsein für kulturelle Höhepunkte setzen soll. Dabei rückt das beworbene Flanieren durch die ruhigen, choreografierten Bewegungen der Kampagnen-Protagonisten  in den Hintergrund.

2023 noch Kritik gegen KI-Werke

Noch vor drei Jahren machte der WienTourismus mit künstlicher Intelligenz und von ihr erschaffener Kunst in New York, Chicago und Washington D.C. auf Wien aufmerksam. Die Botschaft damals hinter "UnArtificial Art": die Originale in Wien können sie nicht ersetzen. Sogar in Los Angeles, San Francisco sowie der kanadischen Metropole Toronto wurde die Kampagne ausgespielt.

Augenscheinlich hat man nun genau dieses originale Image der Stadt der Bequemlichkeit einer KI geopfert. Auf eine telefonische Anfrage zu diesem Widerspruch gab es vom WienTourismus bislang keine Rückmeldung.

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