Wetterumschwung
Italientief bringt Österreich große Regenmengen und ersten Schnee
Das bisher wetterbestimmende Hochdruckgebiet, das seit Ende September für anhaltende Trockenheit gesorgt hat, verliert seine Vormachtstellung. Aus dem Norden strömt kühlere Luft in Richtung Mittelmeer, wodurch sich über Oberitalien oder dem Golf von Genua ein massives Tiefdruckgebiet formiert. Dieses transportiert feuchte Mittelmeerluft direkt gegen die Alpen. An den Karnischen Alpen, den Karawanken und am Alpenhauptkamm staut sich die Feuchtigkeit und regnet ab, wie nun "Tauernwetter.at" berichtet.
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Dass es im Süden nass wird, gilt mittlerweile als gesichert. Fünf unterschiedliche Wettermodelle mit insgesamt 190 Ensemble-Berechnungen zeigen für den Zeitraum von Mittwochmittag bis Donnerstagfrüh ausnahmslos Regen für Osttirol und Oberkärnten – kein einziger Lauf bleibt trocken.
Große Modell-Unterschiede bei den Niederschlagssummen
Die Prognosen über die genauen Niederschlagsmengen klaffen derzeit allerdings noch auseinander. Je nach Modell werden für Lienz und Dellach im Drautal unterschiedliche Werte simuliert:
- Europäisches Wetterensemble (ECMWF): Durchschnittlich 70 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter, einzelne Hauptläufe zeigen an den Karnischen Alpen Spitzenwerte von 100 bis 150 Liter.
- Schweizer Modell ICON-CH2-EPS: Berechnet Mengen zwischen 60 und 115 Liter pro Quadratmeter, punktuell ebenfalls bis zu 150 Liter.
- KI-Modell AIFS: Prognostiziert moderate 45 bis 55 Liter pro Quadratmeter.
- Amerikanisches Ensemble (GFS): Sieht eine Niederschlagsspanne von 40 bis 70 Liter.
- Deutsches Modell: Rechnet mit zurückhaltenden 30 bis 45 Liter pro Quadratmeter.
Bereits minimale Verschiebungen des Tiefkerns über Italien können entscheiden, wo die stärksten Niederschläge niedergehen.
Zeitlicher Ablauf: Ab Mittwochmittag wird es nass
Der Regen setzt den Berechnungen nach am Mittwoch gegen Mittag ein und verstärkt sich im Laufe des Nachmittags und Abends vor allem im Südwesten des Landes. In der Nacht auf Donnerstag sowie am Donnerstagvormittag klingen die Niederschläge von Westen her schrittweise ab.
Abseits des alpinen Südens fallen die Mengen deutlich geringer aus: Für Klagenfurt werden im Modellschnitt lediglich 15 bis 35 Liter pro Quadratmeter erwartet. Im Nordosten bleibt der Niederschlag spärlich. Für Wien berechnet das amerikanische Modell bis zum Wochenende durchschnittlich rund zehn Liter pro Quadratmeter – viel zu wenig, um das bestehende Niederschlagsdefizit auszugleichen.
Dramatische Trockenheit prägte die erste Oktoberhälfte
Wie dringend das Land Niederschlag benötigt, verdeutlichen die Messdaten der Zentralanstalt Hohe Warte in Wien: Bis einschließlich 17. Oktober fielen dort lediglich 0,7 Liter Regen pro Quadratmeter, was gerade einmal einem Prozent des üblichen Monatssolls entspricht. In Lienz wurden bis zur Monatsmitte nur 2,9 Liter registriert (rund drei Prozent des Schnitts). Auch Eisenstadt litt unter massiver Trockenheit. Im Norden und Osten fiel mancherorts seit Jahresbeginn weniger als die Hälfte des Normalwerts; lediglich der äußerste Westen verzeichnete im Oktober nennenswerte Mengen.
Schneefallgrenze sinkt in der Nacht auf Donnerstag
Mit der Front zieht kältere Luft ein. Am Mittwochnachmittag liegt die Temperatur auf 1.500 Metern noch bei milden sieben bis neun Grad, sodass es zunächst auch in hohen Lagen regnet. In der Nacht auf Donnerstag kühlt es jedoch drastisch ab.
Die Schneefallgrenze kann im Südwesten bis ins Mittelgebirge und in höher gelegene Täler absinken, wo nasser Schneefall oder Schneeregen möglich ist. In Tallagen wie Dellach im Drautal (610 Meter Seehöhe) bleibt es bei Regen.
Trotz der Regenmassen sehen Experten derzeit kein akutes Hochwasserrisiko; kleinräumige Muren bei extremen Stauniederschlägen lassen sich jedoch erst kurzfristig ausschließen. Eine nachhaltige Wende der Großwetterlage ist noch ungewiss, wenngleich Modellläufe zwischen dem 25. und 30. Oktober ein weiteres Mittelmeertief andeuten.
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