Meer zu warm
Invasion im Urlaubsparadies: 20 Haie pro Strand
Hinter der plötzlichen Häufung der Sichtungen steckt ein bekanntes Wetterereignis. Die Forscher vor Ort führen das Phänomen auf El Niño zurück, das heuer für eine spürbare Erwärmung der Meeresoberfläche im Pazifik sorgt. Auf der Suche nach kühleren Wasserschichten weichen die Weißen Haie in Küstennähe aus, wo sie im flacheren Wasser ideale Bedingungen vorfinden.
Dieses veränderte Verhalten führt dazu, dass die Raubfische in ungewohnter Zahl so nahe an das Festland herankommen. Experten beobachten die Situation mit moderner Technik, um die genauen Bewegungen der Tiere zu dokumentieren.
Nur wenige Meter vom Ufer entfernt
Die räumliche Nähe zu den Badegästen ist dabei besonders verblüffend. Wie Meeresbiologen berichten, wurden manche Tiere in einer Entfernung von gerade einmal 15 Metern vom trockenen Sandstrand gesichtet. Sie schwimmen somit direkt im hüfttiefen Wasser, in dem sich normalerweise Familien und Urlauber abkühlen.
An manchen besonders beliebten Küstenabschnitten werden derzeit täglich bis zu 20 Haie gezählt. Diese enorme Dichte an großen Meeresbewohnern in unmittelbarer Strandnähe hat an vielen Orten eine Debatte über die Sicherheit beim Baden ausgelöst.
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Forscher überwachen Hunderte Tiere
Das Ausmaß der Wanderung ist beachtlich und beschäftigt die Wissenschaft intensiv. Das renommierte Shark Lab der California State University in Long Beach, geleitet von Chris Lowe, ist federführend bei der Untersuchung dieser Vorfälle. Die Experten verfolgen und überwachen aktuell fast 300 Weiße Haie in der betroffenen Region.
Mithilfe von Peilsendern können die Forscher die Routen der Raubtiere exakt nachvollziehen. Die Daten zeigen deutlich, wie stark sich das Verhalten der Tiere durch die klimatischen Veränderungen im Ozean beeinflussen lässt.
Keine erhöhte Gefahr für Badegäste beim Abkühlen
Trotz der beachtlichen Anzahl an Sichtungen geben die Experten vorerst Entwarnung. Gleichzeitig mit dem Auftauchen der Haie zieht es wegen der sommerlichen Temperaturen auch weitaus mehr Menschen ins Wasser. Chris Lowe betont, dass während solcher El-Niño-Phasen das Meer besonders stark von Badegästen frequentiert wird, die sich abkühlen möchten.
Obwohl also sowohl die Zahl der Haie als auch die der badenden Menschen ansteigt, bleibt die Zahl der Vorfälle extrem gering. Weiße Haie sind im Regelfall gar nicht an Menschen interessiert und meiden den direkten Kontakt. Es bleibt abzuwarten, wie lange die veränderten Meeresströmungen dieses Phänomen noch begünstigen.
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