Ende 2025 arbeiteten dort 496.000 Menschen weniger als zu Beginn des Jahres 2019, wie aus der am Montag veröffentlichten Untersuchung des Ifo-Instituts hervorgeht. Das ist ein Minus von 7,1 Prozent. Im Dienstleistungssektor entstanden zugleich gut 2,2 Millionen neue Stellen.
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"Deutschland erlebt einen verschärften Strukturwandel: Ausgerechnet die Branchen schrumpfen, die bisher unseren Wohlstand getragen haben", sagte der stellvertretende Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, Joachim Ragnitz. "Die neuen Jobs entstehen meist nicht dort, wo Deutschland besonders produktiv und innovativ ist." Das könne das Wachstumspotenzial künftig bremsen.
Mehr Auto-Jobs in Brandenburg dank Telsa-Werk
Den Industrieabbau spüren alle Bundesländer außer Hamburg. Im Osten fällt er mit minus 8,4 Prozent etwas stärker aus als im Westen mit minus 6,8 Prozent. Neue Jobs im Automobilbau gab es in Ostdeutschland nur in Brandenburg, dank der Tesla-Fabrik in Grünheide. In Thüringen und Sachsen-Anhalt sank die Beschäftigung insgesamt.
In fast allen Industriebranchen schrumpfte den Angaben nach die Beschäftigung. Die Forscher führen das auf eine abnehmende Wettbewerbsfähigkeit zurück - insbesondere gegenüber China. "Besonders hart trifft es die traditionellen deutschen Kernbranchen, wie Autoindustrie und Maschinenbau", sagte Ragnitz. Die Autoindustrie und ihre Zulieferer strichen demnach 123.500 Stellen, ein Minus von 13 Prozent. Hersteller von Metallerzeugnissen bauten 115.600 Stellen ab, die Maschinenbauer 64.500. Diese drei Branchen stehen für rund 60 Prozent des Abbaus, wie Ragnitz vorrechnete.
In der Zeitarbeit gingen 243.000 Beschäftigte verloren. Viele davon arbeiteten in der Fertigung. Rechnet man sie hinzu, verlor die Industrie sogar rund 628.000 Arbeitsplätze.
Die Dienstleister legten dagegen kräftig zu: Allein im Gesundheitswesen entstanden 391.000 neue Stellen, im Sozialwesen samt Pflegeheimen 357.000. Grund sei vor allem die alternde Bevölkerung, sagte Ragnitz. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung wuchs um 329.000 - teilweise auch, weil Stellen von ausscheidenden Beamten mit Angestellten neu besetzt wurden. Bei den privaten Dienstleistern wuchsen IT-Firmen am stärksten.
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