Eklat & Reaktion

Neues Video enthüllt ganzen Stocker-Sager

Ein Mann spricht bei einer Veranstaltung vor Publikum, daneben Österreich- und EU-Flagge.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Eine Aussage von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) im Rahmen seiner Sommertour hat nun für Empörung der Opposition gesorgt. oe24 hat das ganze Video!
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Konkret meinte er in Salzburg auf eine Frage aus dem Publikum zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie: "Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit." Er habe seine Kinder nicht als Rechenspiel erzogen, "was kriege ich dafür"." FPÖ-Chef Herbert Kickl sieht darin eine "Verhöhnung der Mütter".

Das neue Video ist 3:30 Minuten lang, zeigt die komplette Szene. Alleine die Frage dauerte knapp 50 Sekunden, danach folgte der Aufreger-Sager.

Hier das ganze Video vom Kanzler-Eklat: Das sagte Stocker wirklich

Video zum Thema

Ganzes Video: Stocker-Sager


© oe24


Wörtlich sagte Stocker: "Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen. Familie ist nicht in bezahlter Arbeit zu rechnen. Wenn wir Familien als Business Case sehen, wenn wir Familien als Rechenbeispiel begreifen, dann ist das ein anderes Familienbild als das, das ich habe. Familie ist Verantwortung für einander, Familie ist Ja zueinander zu sagen, Familie ist etwas zu tun, ohne etwas dafür zu bekommen. Ich habe meine Kinder nicht erzogen als Rechenbeispiel."

Grünen-Bundessprecherin Leonore Gewessler reagierte ebenfalls entrüstet. Mütter verdienten keine Verhöhnung sondern eine Entschuldigung, meinte sie auf Bluesky. Auch für Kickl verhöhnt der Kanzler mit seinen Aussagen Mütter: "Diese ÖVP ist völlig empathielos, familienfeindlich und Lichtjahre von der Lebensrealität der eigenen Bevölkerung entfernt."

Stocker entschuldigte sich via Video-Botschaft für seinen Aufreger-Sager.

Hier das Video der Entschuldigung:

Video zum Thema

Stocker-Entschuldigung


© oe24


Die Entschuldigung im Wortlaut:

"Ein Satz von mir sorgt gerade für Diskussionen. Zu Recht, denn er ist falsch. Bei all jenen, die sich durch meine Aussage verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlen, entschuldige ich mich in aller Deutlichkeit. Kinderbetreuung ist Arbeit. Gerade Frauen, die in den allermeisten Familien immer noch den Großteil der Kindererziehung übernehmen, leisten damit Großartiges.

Familie ist aber kein Unternehmen und kein Job, wo man nach getaner Arbeit das Büro verlässt. Der Lohn ist nicht in Geld zu messen, sondern in Vertrauen, Zusammenhalt und in unzähligen gemeinsamen Momenten. Meine Frau und ich haben unsere zwei Kinder gemeinsam großgezogen und wir waren in dieser Zeit beide berufstätig. Ich weiß, wie sehr einen diese Aufgabe fordert. Ich weiß, was es heißt, ein Kind die ganze Nacht herumzutragen, wenn es krank ist.

Ich weiß, wie es ist, wenn beide gleichzeitig krank sind. Aber ich weiß auch, wie schön es ist, wenn sie gehen lernen, wie stolz sie sind auf ihre Leistungen, aber auch, wie herausfordernd es ist, wenn sie ihre Grenzen austesten. Ich weiß, wie sehr sich diese Arbeit lohnt. Familie ist nun mal kein Business Case. Nicht mehr und nicht weniger habe ich gesagt und gemeint.

Mütter, Väter, Großeltern – sie alle leisten bei der Betreuung und Erziehung unserer Kinder einen unermesslichen Beitrag für unsere Gesellschaft und die Zukunft unseres Landes. Dafür verdienen sie unseren Dank, unsere Hochachtung und unsere Unterstützung."

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