Neben der Bekämpfung des Klimawandels gewinnen Anpassungsmaßnahmen aus wirtschaftlicher Sicht zunehmend an Bedeutung. "Wir werden lernen müssen, mit Hitze produktiv umzugehen", erklärt IHS-Ökonom Klaus Weyerstraß in einem Beitrag auf der Homepage der WU.
Flexiblere Arbeitszeiten, Kühl- und Belüftungssysteme, genug Schatten- und Erholungsmöglichkeiten sollen Hitzebelastungen im Job mindern. Der heimischen Volkswirtschaft drohen jedenfalls Milliardenverluste.
Sechs Milliarden Euro Verluste in drei Jahren
Modellrechnungen für Österreich verdeutlichten die Dimension: In einem Szenario mit stark steigenden Temperaturen könnte die Wirtschaftsleistung bereits innerhalb weniger Jahre spürbar zurückgehen.
Im untersuchten Szenario liegt das reale Bruttoinlandsprodukt im dritten Jahr um rund 0,7 Prozent beziehungsweise knapp drei Milliarden Euro unter dem Vergleichswert ohne zusätzliche Hitzebelastung.
Über den gesamten Zeitraum von drei Jahren summieren sich die Verluste auf rund sechs Milliarden Euro. "Diese Zahlen sind eher konservativ", betont Weyerstraß. "Viele weitere Auswirkungen der Hitze, zum Beispiel auf die Gesundheit oder die Infrastruktur, sind darin noch gar nicht enthalten. Auf der anderen Seite haben wir aber auch Anpassungen, zum Beispiel Verlagerungen der Arbeit in die Morgen- und Abendstunden, nicht berücksichtigt."
Weyerstraß' Angaben basieren im Speziellen auf der Studie "Economic impact of labor productivity losses induced by heat stress: an agent-based macroeconomic approach. In: Climatic Change (2025)", an der er mitwirkte.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden