"Wienerwände"

Hier darf in Wien jetzt legal gesprayt werden

Zwei Kinder sprühen bunte Graffiti an eine Wand, eines steht auf einer Holzkiste.
© Verein Wiener Jugendzentren
In Wien gibt es neue Orte zum legalen Sprayen. Fünf "Wienerwände" wurden bereits eröffnet, vier weitere Flächen sollen in Kürze dazukommen.
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Wer in Wien legal zur Spraydose greifen will, bekommt für seine künstlerischen Ambitionen jetzt mehr Platz. Fünf neue "Wienerwände" sind bereits nutzbar, vier weitere Flächen sollen in Kürze offiziell gekennzeichnet werden. Eine davon wurde nun im Resselpark am Karlsplatz mit einem Graffiti-Workshop eröffnet.

Mit den neuen Flächen setzt WIENXTRA eines der Siegerprojekte der zweiten Kinder- und Jugendmillion der Stadt um. Jugendliche hatten sich dabei mehr Orte gewünscht, an denen sie legal sprayen können. Seit 2025 betreut die WIENXTRA-Jugendinfo die Wienerwand-Initiative und sucht gemeinsam mit Bezirken, Eigentümern und Graffiti-Experte Stefan Wogrin von Spraycity nach geeigneten Flächen.

"Kinder und Jugendliche wollen ihrer Stadt ihre eigene Handschrift geben. Dafür haben sie sich mehr Orte gewünscht, an denen sie legal sprayen können“, sagte Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Bettina Emmerling (Neos) bei der Eröffnung.

Fünf Flächen bereits nutzbar

Neu dazugekommen sind Flächen beim Skatepark am Lorettoplatz in Floridsdorf, im Vilma-Neuwirth-Park in der Leopoldstadt, im Resselpark auf der Wieden, im Dingelstedtpark in Rudolfsheim-Fünfhaus sowie auf der Donauinsel bei der Ecke Steinitzsteg. Vier weitere Standorte sollen in Kürze folgen. Vorgesehen sind Flächen in der Freien Mitte in der Leopoldstadt, im Schubertpark in Währing sowie in den Gemeindebauten Bertha-von-Suttner-Hof auf der Wieden und Karl-Wrba-Hof in Favoriten. Als offizielle Wienerwand gilt eine Fläche erst, wenn sie mit dem charakteristischen Tauben-Symbol gekennzeichnet und in den Online-Stadtplan aufgenommen wurde. "Eine Wienerwand ist ein Freiraum, in dem Jugendliche selbst entscheiden, was sie gestalten und dabei Verantwortung für den gemeinsamen Ort übernehmen", so Claudia Regan, Leiterin der WIENXTRA-Jugendinfo.

Sprayen ohne Anmeldung

Die Wienerwände können grundsätzlich kostenlos und ohne Voranmeldung genutzt werden. Sprühdosen, Schutzkleidung und anderes Material müssen selbst mitgebracht werden. In Parks gelten die jeweiligen Öffnungs- und Schließzeiten. Weil der Platz begrenzt ist, dürfen ältere Graffiti übermalt werden. Dabei gilt der Ehrenkodex der Szene. Bestehende Werke sollen möglichst vollständig und sauber überdeckt und nicht einfach durchgestrichen oder beschädigt werden.

Verboten sind diskriminierende oder verhetzende Inhalte sowie kommerzielle Werbung. Solche Graffiti können übermalt oder mit Foto an die WIENXTRA-Jugendinfo gemeldet werden. Leere Spraydosen und anderer Müll müssen wieder mitgenommen und fachgerecht entsorgt werden.

Legale Graffiti-Flächen seit 2005

Die Idee legaler Graffiti-Flächen ist in Wien nicht neu. Bereits 2004 forderten Jugendliche und Vertreter der Graffiti-Szene mehr Möglichkeiten zum legalen Sprayen. Ein Jahr später wurden die ersten offiziellen Wienerwände eröffnet. Derzeit umfasst das Netz laut Stadt 23 ausgewiesene Flächen.

Wer selbst einen möglichen Standort kennt, kann diesen bei der WIENXTRA-Jugendinfo vorschlagen. Danach wird geprüft, ob die Fläche geeignet ist. Entscheidend sind unter anderem Größe, Umgebung, Zugänglichkeit, Sicherheitsbestimmungen und die Eigentumsverhältnisse. Erst nach den notwendigen Vereinbarungen wird eine neue Fläche gekennzeichnet und in den Wienerwand-Stadtplan aufgenommen.

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