Klimts "Kuss"

Hacker-Attacke auf Belvedere: 13 Millionen Euro Schaden möglich

MUNICH, GERMANY - MARCH 14: General view during the press preview of the multimedia exhibition "Klimts Kuss - Spiel mit dem Feuer" by Gustav Klimt at Utopia on March 14, 2023 in Munich, Germany. (Photo by Hannes Magerstaedt/Getty Images)
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Das Belvedere-Museum erlebt ein Krypto-Fiasko: Ein Unbekannter hat 7200 NFTs von Gustav Klimts Meisterwerk "Der Kuss" entwendet. Der theoretische Schaden ist enorm.
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Das erste Non-Fungible-Token-Projekt eines österreichischen Bundesmuseums startete im Februar 2022 vielversprechend, doch die Euphorie im Belvedere ist längst verflogen.

Von den 10.000 digitalen Bildausschnitten von Gustav Klimts "Der Kuss" hatte man damals etwa ein Viertel um 1850 Euro pro Stück verkauft, danach lief es schleppend. Dem Kryptowinter werde schon ein neuer Frühling folgen, gab sich Geschäftsführer Wolfgang Bergmann noch 2023 optimistisch. Der Wunsch blieb da aber offenbar der Vater des Gedankens. Am Freitag, 29. Mai, wurden schließlich rund 7200 noch verfügbare Kuss-Schnipsel von einem Unbekannten gestohlen, berichtet "Der Standard". Das Museum informierte die NFT-Community am Dienstag, 2. Juni, darüber, dass "im Zusammenhang mit einem unbefugten Zugriff" schließlich "jene NFTs, die gerade für die Auslieferung vorbereitet" wurden "ohne Genehmigung aus der Wallet übertragen" worden seien.

NFT-Verkauf vorerst komplett ausgesetzt

Am Ausgabewert orientiert würde sich der Schaden theoretisch auf mehr als 13 Millionen Euro belaufen – exakt auf 13,32 Millionen Euro. Praktisch war es dem Hacker jedoch nicht gelungen, die Zertifikate mit den 7200 digitalen Bilddateien zu verknüpfen. Diese wurden vom Belvedere sofort deaktiviert, wodurch sichergestellt sei, dass sie in Zukunft keine der noch verfügbaren "digitalen Kacheln von Der Kuss erhalten können“. Der NFT-Marktplatz OpenSea hat diese leeren NFTs zeitnah gesperrt und das Museum den Verkauf neuer Kuss-NFTs bis auf Weiteres ausgesetzt.

Polizei untersucht Krypto-Diebstahl

Das Ereignis wurde bei der Polizei sowohl national als auch international angezeigt. Man arbeitet mit Expertinnen und Experten für Blockchain-Forensik an einer technischen Klärung, so "Der Standard". Da die bereits verkauften Kuss-NFTs nicht von diesem Sachverhalt betroffen sind, können solche weiterhin frei verwaltet, übertragen oder verkauft werden. Die Nachfrage hält sich auf dem Sekundärmarkt allerdings in Grenzen.

Umsatz und Wertverfall der NFTs

Somit ist der Wertverfall gegenüber dem Ausgabepreis amtlich: Vor vier Jahren lag der günstigste Preis („Floor Price“) im Durchschnitt bei 0,4 Ether oder umgerechnet rund 672 Euro – derzeit liegt dieser nur mehr bei 0,059 Ether oder knapp 89 Euro. Den seit 2022 mit den Kuss-NFTs erzielten Umsatz, der auch einen Zehn-Prozent-Anteil an Weiterverkäufen inkludiert, beziffert das Belvedere aktuell mit 4,8 Millionen Euro. Die Höhe der für dieses Projekt bereits angefallenen oder laufenden Kosten ist unbekannt.

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