Gleichberechtigung
Frauen in Firmen: Wo sie sie nicht in die Chefetage dürfen
Die Gleichberechtigung von Frauen schreitet in Trippelschritten voran, besonders was die gleiche Bezahlung betrifft. Und auch was den Frauenanteil in Geschäftsführungen und Aufsichtsräten heimischer Unternehmen betrifft, ist noch deutlich Luft nach oben, wie der Frauen-Management-Report 2026 der Arbeiterkammer zeigt.
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Hier die wichtigsten Fakten:
+ 29 Top-Firmen knacken bereits die 40-%-Marke auch in der Geschäftsführung – und sind damit sogar deutlich besser, als es die gesetzliche Frauenquote vorgibt: 30 % im Aufsichtsrat, keine Vorgabe für Vorstand bzw. Geschäftsführung. Besonders innovativ ist da der Finanzbereich: Jede fünfte Frau auf der operativen Top-Ebene ist Finanzvorstand – und das quer über alle Branchen.
+ Aber: 130 der 200 umsatzstärksten heimischen Unternehmen haben es bisher nicht geschafft, auch nur eine einzige Frau in ihrer Geschäftsführung oder in ihren Aufsichtsrat zu bringen. Auch im Mittelfeld zeigen sich Österreichs 200 umsatzstärkste Unternehmen als strukturkonservativ: Von den insgesamt 606 Positionen in den Geschäftsführungen sind noch immer 518 mit Männern besetzt.
+ Ohne Frau in Vorstand und Aufsichtsrat sind laut AK auch diese zehn große börsennotierten Firmen:
Börsennotierte Unternehmen ohne Frauen in der Chefetage
AB Effectenbeteiligungen AG
ATHOS Immobilien Aktiengesellschaft
AUSTRIACARD HOLDINGS AG
CA Immobilien Anlagen Aktiengesellschaft
Hutter & Schrantz Stahlbau AG
Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft
Rosenbauer International AG
Stadlauer Malzfabrik Aktiengesellschaft
Wiener Privatbank SE
Wolford Aktiengesellschaft
+ Brisant: Die Industrie liegt hier besonders schlecht, hier liegt der Frauenanteil in den Chefetagen bei nur 9 %. Die Industrie stellt mit 102 Unternehmen mehr als die Hälfte der 200 umsatzstärksten Unternehmen und drückt daher den Schnitt massiv.
Top: Dienstleistungen und die Finanz
+ Den größten Frauenanteil in der Geschäftsführung haben mit 21 Prozent Unternehmen im Dienstleistungssektor. Der Finanzsektor liegt im Jänner 2026 mit 20 Prozent nur knapp dahinter. Im Handel ist der Frauenanteil mit 14 Prozent dagegen unterdurchschnittlich.
+ Bildung. Dass es nicht genug qualifizierte Frauen gibt, sei indes eine Ausrede, lässt die AK wissen: Der Frauenanteil bei den Studienabschlüssen liegt mittlerweile bei 59 %, nähert sich also langsam aber sicher der Zwei-Drittel-Marke.
+ Im EU-Durchschnitt sind 24 % der Vorstandspositionen in börsennotierten Unternehmen in Frauenhand. In Deutschland sind es 26 Prozent. Doch während Österreichs öffentliche Unternehmen noch einen Frauenanteil von 21 % in der Geschäftsführung erreichen, bringen es die 20 ATX-Unternehmen nur auf 13 %.
AK-Expertin Simone Hudelist fordert Aktionen der Regierung: „Die Unternehmen schaffen es aus eigener Kraft einfach nicht, ihre verkrusteten Strukturen aufzubrechen.“ Unterstützung bringe jetzt eine EU-Richtlinie, die in österreichisches Gesetz umgesetzt wird: In Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen soll der Frauenanteil bei allen Wahlen und Entsendungen ab 30. Juni 2026 von 30 auf 40 % angehoben werden.
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