Umstrittener Versuch

Forscherin wollte mehrere Mäuse zusammennähen

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Ein ungewöhnlicher Tierversuch an der Universität Bonn sorgt für Diskussionen: 64 Mäuse sollten chirurgisch miteinander verbunden werden, um ihre Reaktion auf Malaria zu erforschen. Nun hat ein Gericht das Vorhaben gestoppt.
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Bei dem geplanten Versuch sollten jeweils zwei Mäuse an den Flanken operativ miteinander verbunden werden. Ziel der sogenannten Parabiose war es, einen gemeinsamen Blutkreislauf herzustellen.

Die Forscherin wollte damit untersuchen, wie das Immunsystem auf eine Malaria-Infektion reagiert und welche Rolle Immunzellen im Gewebe dabei spielen. Die Universität Bonn verwies darauf, dass weltweit weiterhin mehrere Hunderttausend Menschen jährlich an Malaria sterben, überwiegend Kinder.

Ursprünglich hatte die Wissenschafterin dafür eine Genehmigung der zuständigen Behörde erhalten. Diese wurde später jedoch wieder zurückgezogen. Dagegen zog sie vor das Verwaltungsgericht Köln.

Gericht sieht zu große Belastung für die Tiere

Die Richter wiesen die Klage nun ab. Nach ihrer Einschätzung würden die miteinander verbundenen Mäuse durch den Versuch schwer belastet. Die zuvor erteilte Genehmigung sei deshalb rechtswidrig gewesen.

Außerdem sei bei der Genehmigung keine Tierschutzkommission beteiligt gewesen. Nach acht Wochen hätten die Tiere getötet und anschließend untersucht werden sollen.

Bereits vor rund 20 Jahren hatte es in Deutschland einen vergleichbaren Versuch gegeben. Die Medizinische Hochschule Hannover führte 2005 solche Eingriffe durch. Nachdem das Projekt beendet worden war, wurde ein erneuter Antrag 2007 abgelehnt. Damals wurde die Belastung der Tiere höher bewertet als der mögliche wissenschaftliche Erkenntnisgewinn.

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Tierversuche bleiben grundsätzlich erlaubt

Das Urteil bedeutet allerdings nicht, dass Tierversuche an der Universität Bonn generell verboten sind. Auch andere Forschungsprojekte mit Tieren sind weiterhin möglich.

Allein für das Jahr 2023 wurden an Forschungseinrichtungen der Universität Bonn unter anderem 23.046 Mäuse und 72 Ratten für Versuche gemeldet. Hinzu kamen Frösche, Fische, Schweine, Rinder, Schafe und Hühner.

Nach Angaben der Universität endet das Leben der Tiere dabei nicht zwangsläufig unmittelbar nach einem Versuch. Einige könnten anschließend für weitere Versuche eingesetzt oder in bestimmten Fällen an Privatpersonen vermittelt werden.

Im aktuellen Fall ist dagegen klar: Die 64 Mäuse dürfen für den geplanten Parabiose-Versuch nicht eingesetzt werden.

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