Gianni Infantino zog sich in den vergangenen Tagen zunehmend den Unmut der Fußballwelt zu. Nach seinem gescheiterten Plan, die WM zu privatisieren und in Milliardenhöhe zu verkaufen, verliert der FIFA-Präsident zunehmend an Unterstützern.
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Dennoch treibt er seine teils größenwahnsinnigen Pläne, wie etwa die nächste WM mit 64 teilnehmenden Nationen, ungehindert der lautstarken Kritik weiter voran.
Für Mittwoch hat er laut einem Bericht von "Sky Sports" ein FIFA-Notfall-Meeting in Marokko einberufen. Worum es genau dabei geht, ist unklar. Der Ort ist allerdings äußerst brisant. Denn im Co-Gastgeberland der WM-Endrunde 2030 sollte im März 2027 der FIFA-Präsident gewählt werden, wo Infantino bisher weiterhin die Wiederwahl anstrebt.
Grund unbekannt
Worum es genau in der Notfallssitzung geht, ist bisher unbekannt. Zuletzt hatte sich aber auch Spitzen-Funktionär und Ex-Startrainer Arsene Wenger von Infantino distanziert. Den umstrittenen Investorendeal fallen zu lassen, sei "absolut notwendig" gewesen, sagte der Franzose, der von den Plänen nichts gewusst habe. "Ich war an diesem strategischen Plan nicht beteiligt und habe erst durch Medienberichte von dem Projekt erfahren." Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter brachte indes die Norwegerin Lise Klaveness als Infantino-Nachfolgerin ins Spiel.
Wenger ist bei der FIFA als Direktor für die globale Fußball-Entwicklung tätig. Seine Stellungnahme erfolgte, nachdem sein Name in einem Schreiben der Anwälte der Europäischen Fußball-Union an Infantino aufgetaucht war. Darin hatte die UEFA die FIFA aufgefordert, die Daten und die Kommunikation von 18 Führungskräften als potenzielle Beweismittel zu sichern. Infantino wollte Anteile an den Premium-Produkten des Weltverbandes an private Investoren verkaufen und damit Milliarden lukrieren. Die FIFA wies indes Berichte über Anrufe von Infantino bei US-Präsident Donald Trump und dessen Kabinett nach den gescheiterten Investorenplänen zurück. "Das ist frei erfunden", erklärte die FIFA-Medienabteilung.
Derweil meldete sich Infantino-Vorgänger Blatter zu Wort und sprach sich für Norwegens Verbandschefin an der Spitze der FIFA aus. "Lise Klaveness verdient größten Respekt. Sie war die Einzige, die stets klar Stellung bezogen und sich nicht dem Mainstream angeschlossen hat. Und bei der FIFA ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt", schrieb Blatter (90) bei X. Klaveness ist eine kritische Stimme im Weltfußball und hatte sich unter anderem im Fall Folarin Balogun, dessen Rotsperre bei der WM nach Intervention von Trump aufgehoben worden war, zu Wort gemeldet. Die FIFA-Wahl findet am 18. März 2027 in Marokko statt. Kandidaten müssen bis zum 18. November ihre Bewerbung einreichen.
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