Thriller gegen Breslau

Festung Hernals ist gefallen: Vikings kassieren erste Saisonpleite

Ein Vikings-Spieler wehrt einen Panthers-Verteidiger beim American Football ab.
© Hannes Jirgal/Vienna Vikings
Jetzt ist es tatsächlich passiert. Die Vienna Vikings, die bereits fix im AFLE-Play-off stehen, haben gegen die Wroclaw Panthers mit 31:34 ihre erste Saisonniederlage einstecken müssen.
OE24 auf Google bevorzugen

Der Traum der Vienna Vikings von der ungeschlagenen "Perfect Season" wurde von den Wroclaw Panthers zerstört. Ohne die verletzten Abwehr-Stars Florian Sudi, Ben Straight und Thomas Schaffer verlor man im wohl besten Spiel der Saison in letzter Minute 31:34 und kassierte die erste Niederlage in der neuen Heimat am Sport-Club-Platz. Während die erste Halbzeit noch ein offensiver Schlagabtausch war, gab es in Halbzeit zwei eine Abwehrschlacht, wie sie im Buche steht. Dennoch haben die Wiener weiterhin alle Karten, das Heimrecht im Play-off zu fixieren, in der eigenen Hand.

Im zweiten "Salute to Service"-Spiel der Vienna Vikings, präsentiert vom österreichischen Bundesheer, sorgte schon vor dem Kick-off zum Football-Spektakel für ein seltenes Highlight. Der Spielball wurde von einem Fallschirmspringer des Jagdkommandos eingeflogen und alle 4.125 Zuschauer im Sport-Club-Stadion blickten für einige Momente gespannt zum Himmel.

Footballspieler und zwei Soldaten salutieren nebeneinander im Stadion vor einer Menschenmenge.
Vikings-Owner Robin Lumsden tauschte Hemd und Anzug gegen die Bundesheer-Uniform. © hannes jirgal

Auch auf dem Platz ließen zwei der besten Teams der AFLE nichts anbrennen. Gleich den ersten Offense-Drive der Gäste aus Polen konnte die Abwehr der Hausherren aufhalten. Quarterback Ben Holmes führte sein Team in gewohnt eindrucksvoller Manier über den Platz. Doch die Panthers aus Breslau waren der erwartete starke Gegner.

Beide Angriffsreihen lieferten den Fans ein wahres Touchdown-Spektakel, die Stimmung in Hernals war elektrisierend. Nachdem die Vikings einmal kurz vor der Endzone ebenfalls gestoppt werden konnten, aber im letzten Drive vor der Halbzeit noch einen weiteren Touchdown schafften, ging es mit einem 28:20-Vorsprung in die Halbzeit.

Panthers machen es spannend

Doch nach Wiederanpfiff wirkten die Panthers zunächst stärker. Während die Wiener in den vergangenen Spielen hier schon oft ihre Stars schonen konnten, war diesmal das ganze Team gefordert. Doch die Panthers-Defense war nun auf die vielseitigen Angriffe von Holmes & Co. besser eingestellt. Während die Hauptstädter im dritten Viertel keine Punkte erzielen konnten, verkürzten die Breslauer auf 26:28 und so ging es mit Hochspannung in das Schlussviertel.

Ein Vikings-Spieler tackelt den Panthers-Quarterback im American-Football-Spiel.
Panthers-Quarterback Jameson Wang. © Hannes Jirgal/Vienna Vikings

Die Stimmung im Stadion war am Höhepunkt, nicht einmal beim Klassiker gegen Rhein Fire in der Generali Arena war es so laut wie jetzt. Die Vikings brauchten auch jede Unterstützung von den Rängen. Doch die Nerven lagen zwischenzeitlich blank. Die Vikings kämpften sich erneut bis vor die Endzone, doch nach mehreren Strafen in Folge reichte es nur zu einem Field Goal. Mit etwas mehr als acht Minuten auf der Uhr waren die Vikings nur noch fünf Punkte vorne. Das Sportclub-Stadion hatte seinen großen Showdown im Football-Krimi von Hernals.

Bitterer Verlust für die Vikings

Doch genau wenn es drauf ankam, zeigte auch die Vikings-Defense ihre Stärke. Nach mehreren starken Pässen von Jameson Wang konnte man den Angriff stoppen. Doch auch die Panthers-Verteidiger ließen weiter keine Punkte zu. Doch dann geschah das, was sich angekündigt hatte. Nach einer weiteren Defense-Strafe gegen die Vikings waren die Polen direkt vor der Endzone und konnten mit einem Touchdown 1:11 Minuten vor Spielende erstmals mit 34:31 in Führung gehen. Noch dazu verletzte sich dabei US-Star Dennis Amani.

Jetzt war Ben Holmes erstmals in dieser Saison wirklich gefordert. Doch die Panthers machten die Seiten dicht, ohne verbleibende Timeouts musste man über die Mitte gehen. Die Zeit lief den Vikings davon. zwölf Sekunden vor Schluss stand man auf der 50-Yard-Linie. Nach zwei Pässen, die keinen Abnehmer fanden, war die erste Saisonniederlage besiegelt.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden