F1-Aufreger

Ferrari ist Verstappen nicht gut genug: »Welchen Sinn hätte das?«

Ein Red Bull Racing Fahrer jubelt auf dem Podium mit Siegerkappe und Rennoverall.
© EPA
Max Verstappen erteilt Ferrari eine deutliche Absage. Doch der Blick auf die WM-Tabelle zeigt: Der vierfache Weltmeister hat selbst ein Problem mit den Ansprüchen.
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Der Niederländer erklärte in einem Interview mit der britischen Nachrichtenagentur PA, warum ihn selbst der Mythos des italienischen Traditionsrennstalls nicht zu einem Wechsel bewegen könnte. Für Verstappen zählt vor allem eines: ein siegfähiges Auto.

Verstappen: »Welchen Sinn hätte das?«

"Ich will einfach nur gewinnen", stellte Verstappen klar. Zwar habe er großen Respekt vor Ferrari. "Aber wenn man sich dann verpflichtet und nur auf Platz fünf oder sechs fährt, welchen Sinn hätte das?", fragte der Red-Bull-Star.

Für den 29-Jährigen zählt nicht die Geschichte eines Rennstalls, sondern dessen sportliche Perspektive. Verstappen bezeichnete sich als ausgesprochen leistungsorientiert. Dass er mit Red Bull bereits vier WM-Titel gewonnen hat, spielt bei seinen Überlegungen ebenfalls eine Rolle.

Bemerkenswert ist die Ansage allerdings vor dem Hintergrund der aktuellen Kräfteverhältnisse. Denn Ferrari fährt dem Niederländer in der Weltmeisterschaft derzeit sogar davon.

Verstappen liegt hinter beiden Ferrari-Stars

Trotz seines ersten Saisonsiegs am vergangenen Sonntag in Malaysia liegt Verstappen mit 188 Punkten nur auf WM-Rang sechs. Die Ferrari-Piloten Lewis Hamilton (214) und Charles Leclerc (191) sind als Dritter beziehungsweise Vierter besser platziert.

Der Rückstand auf WM-Leader Kimi Antonelli beträgt bereits 132 Punkte. Sieben Grands Prix und ein Sprint stehen noch aus, maximal 183 Punkte sind zu holen. Rein rechnerisch könnte Verstappen seinen fünften Titel also noch gewinnen, realistisch ist eine solche Aufholjagd kaum.

Auch in der Konstrukteurs-WM liegt Ferrari vor Red Bull. Die Italiener sind mit 405 Punkten Zweiter, das österreichische Team rangiert mit 298 Zählern auf Platz vier.

Zwei Formel-1-Fahrer unterhalten sich auf einem roten Sofa bei einer Pressekonferenz in Bahrain.
Lewis Hamilton of Ferrari and Max Verstappen of Red Bull Racing after the qualifying ahead of the Formula 1 Bahrain Grand Prix at Sepang International Circuit in Sepang, Malaysia on October 3, 2026. (Photo by Jakub Porzycki/NurPhoto via Getty Images) © NurPhoto via Getty Images

Red Bull ist seine zweite Familie

Seine sportliche Zukunft hatte Verstappen erst vor wenigen Wochen geregelt. Im August verlängerte er seinen ursprünglich bis 2028 laufenden Vertrag bei Red Bull vorzeitig bis Ende 2030. Zuvor hatte es Gespräche mit anderen Rennställen, darunter McLaren, gegeben.

"Red Bull ist eine zweite Familie für mich", erklärte Verstappen. Gerade die Herausforderung, das Team wieder an die Spitze zu bringen, treibe ihn an.

Der Erfolg in Sepang war dafür zumindest ein wichtiger Schritt. Beim wegen des Nahostkonflikts nach Malaysia verlegten Grand Prix von Bahrain feierte Verstappen seinen ersten Saisonsieg und seinen insgesamt 72. Grand-Prix-Erfolg. Zugleich war es der erste Sieg für die neue Antriebseinheit von Red Bull Ford Powertrains.

Auch gegen Horner teilt Verstappen aus

Bemerkenswert offen sprach Verstappen zudem über seinen früheren Teamchef Christian Horner, der Red Bull im Sommer 2025 verlassen musste.

Seit dessen Abgang sei es im Formel-1-Fahrerlager weniger stressig geworden. Die ständigen Spannungen zwischen den Beteiligten seien unangenehm gewesen, erklärte der Niederländer.

Zu den Spekulationen über eine mögliche Rückkehr Horners in die Formel 1 hielt sich Verstappen dagegen zurück. Der Brite habe bei Red Bull gute Arbeit geleistet. Wo er künftig arbeiten werde, sei allerdings nicht seine Sorge.

In Singapur wartet die nächste Herausforderung

Nach seinem Triumph in Malaysia will Verstappen beim Grand Prix von Singapur am Sonntag (14 Uhr, live in ORF 1) nachlegen. Auf dem Marina Bay Street Circuit wartet der Niederländer noch auf seinen ersten Sieg.

Ob Red Bull tatsächlich dauerhaft zur Spitze aufgeschlossen hat, ist allerdings offen. Verstappen selbst warnte davor, aus dem Erfolg in Sepang bereits zu weitreichende Schlüsse zu ziehen. Die Streckencharakteristik in Singapur unterscheidet sich erheblich von jener in Malaysia.

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