Nach den schockierenden Berichten von Noch-Ehefrau Julia Meck bricht nun auch Jean Pierre Kraemers frühere Lebensgefährtin Mili Umicevic ihr jahrelanges Schweigen. In einem Interview mit der "Bild" erhebt sie schwerwiegende Anschuldigungen gegen den bekannten Dortmunder TV- und YouTube-Star, die von massiver physischer Gewalt über systematische Überwachung bis hin zu schwerer seelischer Quälerei reichen.
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Auslöser war das Enthüllungsvideo der Ehefrau
Jahrelang behielt Mili Umicevic die Erlebnisse aus der knapp zweijährigen Beziehung für sich. Erst als Kraemers Noch-Ehefrau Julia Meck kürzlich öffentlich über gewalttätige Übergriffe in ihrer Ehe auspackte, kamen die verdrängten Erinnerungen mit voller Wucht zurück. Die Parallelen seien für Umicevic sofort spürbar gewesen: Sie habe in den Schilderungen und Aufnahmen exakt jene Verhaltens- und Körperschemata wiedererkannt, unter denen sie selbst fast zwei Jahre lang gelitten habe.
Zu den damaligen Vorgängen äußert sich Umicevic wie folgt: "Ich bin schockiert über das, was Julia passiert ist. Aber ich bin nicht schockiert, dass es passiert ist. Ich weiß, wie er auf mich losgegangen ist. Als ich das Video sah, in dem er sie angriff, habe ich seine Körpersprache erkannt – und mich sofort in ihrer."
Begonnen hatte alles im Jahr 2020 mit einem Flirt über die Social-Media-Plattform Instagram, als beide beinahe Nachbarn waren. Der populäre Autotuner umwarb sie intensiv, sprach davon, dass sie "ihren Stamm finden" müsse und redete ihr ein, nur er könne ihr die nötige Geborgenheit bieten. Rasch zog Umicevic in sein Haus im deutschen Dortmund, doch die anfängliche Zuneigung kippte schrittweise in ein striktes Kontrollregime.
Systematische Isolation und rigorose Verbote
Im gemeinsamen Alltag schränkte Kraemer den Freiraum seiner damaligen Partnerin immer weiter ein. Im Anwesen wurde ihr ein separates Zimmer zugewiesen, das nicht als gemeinsamer Raum gedacht war, sondern in dem sie schlafen musste, wenn Kraemer Distanz forderte. Zugleich schnitt der Unternehmer sie zunehmend von ihrem gewohnten sozialen Umfeld ab.
Folgende Schikanen und Verbote bestimmten nach ihren Angaben das tägliche Leben:
- Strikte Verhaltensregeln: Das Haus durfte nicht geschminkt verlassen werden, das Tragen von Leggings sowie der Besuch des Fitnessstudios wurden gänzlich untersagt.
- Digitale Überwachung: Umicevic musste auf Instagram männlichen Kontakten – darunter auch langjährigen Freunden – sofort entfolgen. Als sie ein Foto mit einem simplen "Danke" kommentierte, wurde sie wüst als "Hure" beschimpft.
- Körpersprachliche Zensur: Kraemer verlangte von ihr, die eigene Mimik permanent zu kontrollieren und beim Reden zu Boden zu blicken, da er ihr vorwarf, mit ihrem Gesicht zu "reden".
- Spaltung der Familie: Umicevic durfte keine Männer umarmen und keinen Alkohol trinken. Gegenüber ihrer Mutter und ihrem Bruder soll Kraemer behauptet haben, Mili sei psychisch krank und nur er könne sie stabilisieren, während er gleichzeitig den Kontakt zu ihrer Cousine und besten Freundin zerstörte.
Körperliche Übergriffe und Demütigungen
Nach den seelischen Demütigungen folgten handgreifliche Eskalationen. Nach einem Stoß auf einen Sessel schlug Kraemer ihr mit der Faust ins Gesicht, lachte sie danach aus und behauptete zynisch, sie sei selbst schuld, weil sie ihm in die Faust gerannt sei. Fotos dieser Verletzungen liegen ihrem Medienanwalt vor. Auch vor den Augen ihrer Mutter soll Kraemer die Kontrolle verloren haben, stieß Umicevic zu Boden, spuckte ihr ins Gesicht und trat nach ihr.
Besonders drastisch schildert sie Vorfälle an Festtagen sowie nach medizinischen Eingriffen:
- Heiligabend 2021: Aus Wut über die weihnachtliche Tischdekoration riss Kraemer diese zu Boden. Als sie zu ihrer Familie fahren wollte, drohte er mit den Worten "Gleich hau ich dir in die Fresse" und mit Selbstverletzung. Statt eines Festmahls gab es Fast Food von McDonald's, danach musste sie stundenlang regungslos zusehen, wie Kraemer mit Lego spielte, und durfte selbst für den Gang zur Toilette nur mit Erlaubnis aufstehen.
- Übergriffe im Fitnessraum: Kraemer schlug ihr beim Training die Hantel aus der Hand und erzwang Intimitäten mit der Aussage: "Heute hast du mich verdient."
- Gewalt nach Klinikaufenthalt: Nach einem ambulanten gynäkologischen Eingriff verweigerte Kraemer ihre Abholung wegen eines Videodrehs. Als sie abends blutend im Bett lag, beschimpfte er sie, zog sie am Arm auf den Boden, trat ihr in den Bauch und verließ das Haus.
- Nächte im Sportwagen: Zur Strafe durfte sie wiederholt nicht im Wohnhaus schlafen. Notgedrungen übernachtete sie wochenlang im Auto – einem Lamborghini Urus, dessen Standort Kraemer offenbar überwachte.
Drohkulisse und juristische Schritte
Als Umicevic ankündigte, die Beziehung zu beenden, drohte Kraemer mit Suizid und einem Abschiedsbrief, in dem er ihr die Schuld zuschreiben wollte. Im Jahr 2022 setzte er sie schließlich vor die Tür. Aus Furcht vor seiner enormen Fangemeinde („Dortmund gehört mir. Hier kann ich machen, was ich will“) und der sogenannten "JP Army" erstattete sie damals keine Anzeige.
Zudem unterschrieb sie bei der Trennung eine angebliche Verschwiegenheitserklärung, die ihr nie ausgehändigt wurde. Ihr Medienanwalt Marcel Leeser von der Kölner Kanzlei Höcker hält diese Vereinbarung für rechtlich unhaltbar: "Die Vereinbarung ist aus mehreren Gründen unwirksam. Vor allem sind die Hürden für einen lebenslangen Maulkorb über eine beendete Beziehung sehr hoch. Gerade wenn erhebliche Vertragsstrafen drohen, sind die Gerichte sehr kritisch. Das wird auch der Grund dafür sein, dass Herr Kraemer uns die Vereinbarung nicht zeigen will. Er weiß, dass sie das Papier nicht wert ist, auf dem sie geschrieben ist."
Umicevic betont abschließend, dass sie keinen Rachefeldzug führen wolle, sondern betroffenen Frauen in toxischen Beziehungen Mut machen möchte: "Es ist nicht ihre Schuld. Und es hört erst auf, wenn sie gehen. Ich spreche hier nicht über ihn, sondern erzähle meine eigene Geschichte."
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