Begleitstudie

Elternberatung: Teilnehmer zogen Bilanz

Eine Frau im dunklen Anzug spricht stehend am Mikrofon vor Holzvertäfelung.
© APA/HELMUT FOHRINGER
Laut einer Begleitstudie sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Elternberatung im Rahmen des Eltern-Kind-Passes zufrieden.
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Werdende Eltern würden rückmelden, dass sie Entscheidungen besser treffen können, führte Olaf Kapella vom Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) am Montag aus. Die Pilotphase sei beendet, ab 1. Oktober starte die kostenlose und optionale Elternberatung im Normalbetrieb, sagte Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP).

Der Pilotversuch wurde von 2023 und 2025 durchgeführt, erklärte Bauer beim Pressetermin in der Familienberatungsstelle der St. Elisabeth-Stiftung in Wien. Für die begleitende Studie des ÖIF wurden 468 Eltern direkt nach der Elternberatung befragt, 134 davon nach circa sechs Monaten nochmals. Zwei Drittel der Teilnehmer waren Personen am Übergang zur Erstelternschaft, 80 Prozent waren Frauen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bevorzugten laut Kapella Gespräche in einer Beratungsstelle gegenüber einer Online-Beratung. Auch 204 Beraterinnen und Berater gaben Auskunft über die Gespräche.

Rechtliche und psychosoziale Fragestellungen

Das Gespräch würde als passgenau und die Informationen als relevant empfunden, so der Wissenschafter. Fragen hätten die (werdenden) Eltern etwa zur Aufteilung der Karenz oder zur Wahl der Kinderbetreuungsgeld-Variante. Wichtig sei aber auch der psychosoziale Teil des Gesprächs, betonte die Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Stiftung, Nicole Meissner. Solche Fragen würden oft erst nach Ankunft des Kindes aufpoppen.

Zum Problem werden könne etwa die Aufgabenverteilung zwischen den Elternteilen. Während Männer häufiger die Erwerbsarbeit übernehmen, sind Frauen öfter für Haus- und Familienarbeit zuständig. Das biete "Eskalationspotenzial", sagte Meissner, "weil einfach der Mental Load der Frauen extrem groß ist". Hier sei die Elternberatung auch dahingehend hilfreich, dass Personen, die diese wahrgenommen haben, weniger Hemmungen hätten, bei neuen Problematiken nochmals eine Familienberatungsstelle aufzusuchen.

400 Familienberatungsstellen

In den sozialen Medien komme auf Eltern eine Flut an Informationen zu, hob Bauer die Wichtigkeit eines Gesprächs mit "echten Menschen" hervor. Dabei könne man das auf sozialen Medien gesammelte Wissen einordnen.

Mit der fixen Einführung der Elternberatung erweitere man zum ersten Mal seit über zehn Jahren das Programm im Eltern-Kind-Pass, sagte die Ministerin. Die Termine finden in Familienberatungsstellen statt, von denen es in Österreich etwa 400 gebe. Ab 1. Oktober werde außerdem eine zweite kostenlose Hebammenberatung in den Eltern-Kind-Pass aufgenommen.

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