Klimawandel
Dürre zwingt Bauern zum Lavendel-Anbau
Das östliche Weinviertel zählt schon seit Jahren zu den trockensten Regionen Österreichs. Heuer fiel in den entscheidenden Monaten für die Landwirtschaft laut betroffenen Betrieben besonders wenig Niederschlag. Landwirte berichten von massiven Problemen bei Getreide und anderen Kulturen. Um auf die zunehmende Trockenheit zu reagieren, setzen manche Betriebe inzwischen auf neue Pflanzenarten wie Lavendel, Kichererbsen oder Hirse, die mit Hitze und Wassermangel besser zurechtkommen. "Wir sind nicht weit davon entfernt, dass es bis August nicht mehr regnet", sagte Landwirt Zeno Piatti im Gespräch mit dem Standard.
Zeno Piatti baut gemeinsam mit seiner Familie rund 2.000 Hektar Land in Österreich und Tschechien an. Die Sorge ist groß: Dinkel, Getreide und andere Kulturen leiden massiv unter der Trockenheit.
Lavendel statt Weizen?
Um auf die neuen Klimabedingungen zu reagieren, testet die Familie mittlerweile alternative Pflanzen – darunter Lavendel, Kichererbsen oder Hirse. Der Vorteil: Lavendel kommt mit Hitze und wenig Wasser deutlich besser zurecht als viele klassische Feldfrüchte. Seit drei Jahren wächst die mediterrane Pflanze bereits auf mehreren Hektar im Weinviertel.
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Die Ernte wird unter anderem an die Pharmaindustrie verkauft oder zu Öl weiterverarbeitet.
Bauern suchen neue Wege
Neben neuen Kulturen investieren Landwirte zunehmend in Bewässerungssysteme und sogenannte Agroforst-Projekte. Dabei werden Bäume zwischen Feldern gepflanzt, um Schatten zu spenden, Wind zu bremsen und die Verdunstung zu reduzieren.
Experten gehen davon aus, dass sich die Landwirtschaft in Ostösterreich in den kommenden Jahren deutlich verändern wird.
Österreich muss sich anpassen
Die aktuelle Trockenheit zeigt, wie stark der Klimawandel bereits den heimischen Ackerbau verändert. Während die Temperaturen steigen und Regen seltener wird, suchen Bauern nach Wegen, ihre Betriebe zukunftssicher zu machen.
Lavendel allein wird die Landwirtschaft wohl nicht retten – er könnte aber ein Teil der Antwort auf Österreichs neue Klimarealität sein.
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