Tier des Jahres 2027

Drei Tiere, eine Wahl: Wer wird Tier des Jahres 2027?

Ein Nutria mit nassem Fell steht im Wasser und zeigt seine orangefarbenen Schneidezähne.
© Pixabay
Ein Baumeister, ein unfreiwilliger Automechaniker und eine winzige Kletterakrobatin: Österreich sucht das "Tier des Jahres 2027".
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Der Naturschutzbund stellt drei ganz unterschiedliche Säugetiere zur Wahl – und macht damit auf ein gemeinsames Problem aufmerksam: Wenn Straßen, Siedlungen und intensive Landwirtschaft natürliche Lebensräume zerschneiden oder zerstören, wird es für Wildtiere immer schwieriger, Nahrung, Unterschlupf und sichere Rückzugsorte zu finden. Bis zum 1. November kann die Bevölkerung online abstimmen.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 18.10.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 25.10.2026, 18:30 Uhr.

Wir stellen die drei Kandidat:innen vor:

Kandidat Nummer eins: der Biber – Baumeister, Landschaftsgestalter und leidenschaftlicher Nager. Mit seinen kräftigen, orangefarbenen Schneidezähnen fällt er Bäume und baut daraus Dämme und Burgen. Der große Pflanzenfresser lebt an Flüssen und Seen, ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv und hält keinen Winterschlaf. Seine Bauarbeiten sind mehr als bloße Nagerei: Dämme können Wasser zurückhalten, Feuchtgebiete entstehen lassen und Lebensräume für Amphibien, Insekten und Vögel schaffen. Der Biber ist damit ein wichtiger Landschaftsgestalter. Gleichzeitig kommt es zu Konflikten, wenn er Bäume fällt oder Flächen vernässt, die Menschen landwirtschaftlich nutzen. Nachdem er in Österreich einst ausgerottet war, ist er durch Schutz und Wiederansiedlung zurückgekehrt. Damit er bleiben kann, braucht es Platz an Gewässern und Lösungen, die Mensch und Tier miteinander auskommen lassen.

Kandidat Nummer zwei: der Steinmarder – Automechaniker, Dachbodenbesetzer und nächtlicher Allesfresser. Er ist ein geschickter Kletterer, überwiegend nachts unterwegs und bei der Wahl seines Speiseplans wenig wählerisch: Mäuse, Insekten, Vögel und Eier stehen ebenso auf dem Menü wie Obst und Nüsse. Er lebt in offenen Landschaften mit Büschen und Bäumen, fühlt sich aber auch in Dörfern und Städten wohl. Dachböden, Scheunen und Holzstapel dienen ihm als Verstecke. Sein Ruf ist nicht immer der beste – vor allem, wenn er Kabel oder Dämmmaterial in Autos und Häusern beschädigt. Dabei ist er ein anpassungsfähiger Wildtiernachbar, der auch Nagetiere frisst. Probleme entstehen, wenn geeignete Verstecke und strukturreiche Lebensräume verloren gehen oder die Nähe zum Menschen zu Konflikten führt. Der Steinmarder zeigt: Nicht jedes Wildtier hält Abstand zu uns – manche ziehen gleich unter unser Dach oder kontrollieren nachts den Motorraum.

Kandidatin Nummer drei: die Zwergmaus – Hochseilartistin, Halmkletterin und Nestbauerin im Miniaturformat. Sie ist Österreichs kleinstes Nagetier und wiegt nur wenige Gramm. Ihr Spezialgebiet: das Klettern in hohen Gräsern und Schilfhalmen. Dabei hilft ihr der lange, greiffähige Schwanz. Ihre kugeligen Nester baut sie aus Blättern zwischen den Halmen – gut versteckt und beinahe wie kleine Hängematten über dem Boden. Sie ernährt sich von Samen, Pflanzenteilen und Insekten. Doch genau solche Lebensräume verschwinden: Feuchtwiesen werden trockengelegt, Ufer verändert und landwirtschaftliche Flächen intensiver genutzt. Auch Straßen und andere Barrieren können natürliche Lebensräume zerschneiden. In Salzburg gilt die Zwergmaus als besonders geschützte Art und ist im Alpenvorland nur noch selten anzutreffen. Sie braucht Hochgras, Schilf und strukturreiche Feuchtgebiete – und zwar nicht nur einzelne kleine Flecken, sondern miteinander verbundene Lebensräume.

Drei Tiere, drei völlig unterschiedliche Lebensweisen – und eine gemeinsame Botschaft: Naturschutz beginnt damit, Lebensräume zu erhalten und miteinander zu verbinden. Der Biber gestaltet Gewässer, der Steinmarder hält sich auch in unserer Nähe durch und die Zwergmaus beweist, dass man selbst auf einem Grashalm hoch hinauskommen kann. Welches Tier soll 2027 besonders viel Aufmerksamkeit bekommen? Die Abstimmung läuft bis Sonntag, 1. November, auf der Website des Naturschutzbundes. Unter den Teilnehmenden werden Naturbücher verlost.

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