Alarm

Donau-Fische kämpfen ums Überleben

Ein toter Fisch treibt an der Wasseroberfläche eines Flusses mit sichtbarem Kiesgrund.
© Unsplash
In der Wachau ist der Pegel weiter dramatisch gesunken. Am frühen Samstagnachmittag erreichte die Messstelle Kienstock (Bezirk Krems) mit nur noch 110 Zentimetern einen historischen Tiefstand. Die Folgen für die Fischbestände sind bereits jetzt verheerend.
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So tief stand das Wasser bei Kienstock noch nie

Ein Rekord, den niemand feiern will. Wenige Kilometer flussaufwärts, bei der Messstelle Aggstein (Bezirk Melk), reicht die Pegellatte nicht einmal mehr ins Wasser. Felsformationen tauchen auf, die zuvor noch kein Mensch zu Gesicht bekommen hat. Für die Donau-Fische wird das Niederwasser zur tödlichen Falle.

Betontreppe mit Wasserstandsmesslatte führt zu einem Fluss, umgeben von Felsen und Pflanzen.
Messstelle Aggstein (Bezirk Melk). © ORF

"Schlimme Situation"

Der Wachauer Fischereiaufseher Hermann Miedler schlägt gegenüber noe.ORF.at Alarm: Sowohl für Schiffe als auch für Fische herrsche eine schlimme Situation, da in der Fahrrinne bereits zu wenig Wasser vorhanden sei und nur noch im Schneckentempo gefahren werden könne. Besonders erschütternd: Fische würden durch den Wellenschlag regelrecht ans Ufer katapultiert – und verendeten dort qualvoll.

Kochendes Wasser

 Auch abseits der Fahrrinne gibt es kein Entkommen. In den Tümpeln nahe dem Ufer haben die winzigen Brutfische keine Chance – bei Wassertemperaturen von 28 bis 30 Grad ist das ein Todesurteil. Verzweifelt versuchten Fischer zu retten, was noch zu retten war: Größere Fische wurden abgefischt und in sicherere Gewässer umgesiedelt. Für die kleinen Brutfische kam jede Hilfe zu spät.

Hitzewelle verschärft das Drama

Die komplett verlandete Schönbüheler Bucht bei Schönbühel-Aggsbach (Bezirk Melk) soll immerhin im Winter ausgebaggert werden, um den Fischen künftig wieder wellenschlaggeschützten Lebensraum zu bieten. Doch akut bleibt die Lage brandgefährlich: Der Sauerstoffgehalt im ungewöhnlich warmen Wasser sinkt bedrohlich.

Düstere Prognose

Fischereiaufseher Miedler blickt mit Sorge auf die kommenden Tage: Bei erneut angekündigten bis zu 40 Grad befürchtet er, dass der Wasserstand noch weiter fällt, die Wassertemperatur weiter steigt – und sich die Lage für die Fische der Donau dramatisch zuspitzt.

Fazit: Die Wachau erlebt eine historische Naturkatastrophe im Zeitlupentempo – während Schiffe kaum noch fahren können, kämpfen die Fische der Donau ums nackte Überleben.

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