Mammut-Tunnel

Brennerbasistunnel 2 Jahre später, 1 Milliarde teurer

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Die Projektkosten des Tunnels zwischen der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck und dem Südtiroler Franzensfeste in Italien steigen von 10,5 auf 11,7 Mrd. Euro. Inbetriebnahme erst 2034.
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Das Mammutprojekt Brennerbasistunnel verzögert sich und wird beträchtlich mehr kosten: Wie die Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte, wird sich die Fertigstellung auf 2033 und die Inbetriebnahme auf 2034 verschieben. Bisher war von einer Fertigstellung 2031 und einer Inbetriebnahme 2032 die Rede gewesen. Zudem würden sich die Gesamtprojektkosten von 10,5 Mrd. Euro auf 11,7 Mrd. Euro erhöhen, hieß es.

Neuer Servicetunnel

Seit 2008 habe sich "vor allem aus technischer und normativer Sicht viel getan: neue Technologie und Sicherheitsvorschriften sind mittlerweile bindend", ließen die Tunnelverantwortlichen wissen. Die nunmehrige Neuplanung baue auf "innovativen Weiterentwicklungen und den wertvollen Erfahrungen aus dem Gotthard-Basistunnel auf". Man habe wertvolle Impulse für den Brennerbasistunnel erhalten, das Potenzial der dritten Röhre, des sogenannten Erkundungsstollen, sei aufgezeigt worden. Dieser werde weiter zum Servicetunnel entwickelt.

Mehr Bauwerke, mehr Geld

Als Gründe für die deutlich höheren veranschlagten Kosten wurden unter anderem die zusätzlichen Tunnelbauwerke genannt, die nötig seien, um den Erkundungsstollen als Servicetunnel zu nutzen, sowie der längere Bauzeitraum. Auch seien höhere Aufwendungen für die bahntechnische Ausrüstung vonnöten, unter anderem aufgrund weiterentwickelter technischer und sicherheitsbezogener Anforderungen. Schließlich wurden auch noch "Preissteigerungen und Inflation" als Auswirkungen für das grenzüberschreitende Eisenbahntunnelprojekt zwischen Österreich und Italien ins Treffen geführt.

Von den nunmehrigen Gesamtkosten von 11,7 Mrd. Euro garantieren Österreich und Italien jeweils 50 Prozent der finanziellen Deckung, was 5,85 Mrd. Euro entspricht, konkretisierten die Verantwortlichen.

“Die Verzögerung und Mehrkosten beim BBT sind unerfreulich. Für die Bevölkerung Tirols ist die Fertigstellung des Tunnels essenziell, da so ein Teil des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene verlagert werden kann”

Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ)

"Ich erwarte mir vom Vorstand der BBT SE, dass dieser die neuen Pläne konsequent, im neuen Zeitrahmen und mit strikter Kostendisziplin umsetzt. Die Menschen, allen voran die Tiroler Bevölkerung, müssen sich darauf verlassen können, dass dieses Projekt jetzt mit voller Kraft vorangetrieben wird", mahnte Hanke zugleich ein, dass der nunmehrige Zeitrahmen jedenfalls eingehalten werde.

Der seit 2007 im Bau befindliche Brennerbasistunnel ist ein reiner Zugtunnel mit einer Gesamtlänge von 64 Kilometern, der zwischen der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck und dem Südtiroler Franzensfeste in Italien - hier auf 55 Kilometern - verläuft. Er gilt als Kernelement der neuen Bahnverbindung von München nach Verona. Nach der Fertigstellung wird der für Güter- und Personenzüge vorgesehene Tunnel laut ÖBB die "längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt" sein. Güterzüge sollen mit bis zu 160 km/h und Personenzüge mit bis zu 250 km/h durch den Tunnel fahren können. Die Strecke soll somit in 25 statt 80 Minuten bewältigt werden können.

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