Rettung

Auswilderung: Klettern üben mit Faultier Gretl

Faultier
© Getty Images (Symbolbild)
Im peruanischen Amazonasgebiet rund um die Regenwaldstadt Puerto Maldonado wird derzeit ein Tierschutzfall dokumentiert, der exemplarisch für den Umgang mit verletzten Wildtieren in der Region ist.
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Im Mittelpunkt steht das Faultier "Gretel", ein etwa drei Jahre altes Weibchen, das von lokalen Wildtierbehörden verletzt in einem Haus gefunden wurde. Nach Angaben aus dem Einsatzumfeld waren ihre Krallen vermutlich durch Machetenhiebe schwer beschädigt worden. Warum? Verdacht besteht, dass ihre Krallen von Menschen abgeschnitten wurden, da sie in manchen Regionen als Heilmittel für Epilepsie gelten, wofür es jedoch keinerlei wissenschaftliche Nachweise gibt.

Aufgrund der beschädigten Krallen konnte Gretel nicht mehr klettern und somit in der Wildnis kaum überleben. Daher wurde sie zur Versorgung und Rehabilitation in das Taricaya Eco Reserve gebracht. Dort wurde Gretel rund zehn Tage lang medizinisch versorgt, stabilisiert und aufgepäppelt. Sie bekam sogar mehrere Krallenprothesen. Sobald ihre eigenen Krallen nachgewachsen sind, fallen die Prothesen von selbst ab. Tierschützer:innen Malte Zierden, seine Partnerin Phia Quantius und sein bester Freund Broder Böll haben anschließend mit Gretel Kletterübungen gemacht. Sie musste erst lernen, mit der Prothese umzugehen und Vertrauen zu sammeln.

Video zum Thema

Rettung: Faultier Gertl lernt Klettern


© oe24


Für Gretel ging es zurück in den Regenwald, in den MA-Forest, dem Community-Wald von Malte, Broder und Phia.

Die Region Madre de Dios gilt als eines der artenreichsten Gebiete der Erde. Der dortige Regenwald bindet große Mengen Kohlendioxid und spielt damit eine wichtige Rolle für die globale Klimastabilität.

Die Stiftung Wilderness International ist bereits seit 2008 aktiv und kauft in der Region Madre de Dios Regenwaldflächen - rechtssicher mit Grundbucheintrag. Dadurch werden sie von der Stiftung dauerhaft unter Schutz stellt. Finanziert wird dieser Flächenschutz über Spenden, wobei ein Euro jeweils einem Quadratmeter dauerhaft geschütztem Regenwald entspricht. Nach Angaben der Organisation wurden bislang rund 21 Millionen Quadratmeter Regenwald dauerhaft unter Schutz gestellt. Das entspricht 2 100 Hektar Lebensraum für bedrohte Tiere.

Der MA-Forest, in dem auch Gretel wohnt, geht auf eine Spendenkampagne im Oktober des vergangenen Jahres zurück, bei der innerhalb von weniger als fünf Tagen eine Million Quadratmeter Regenwald unter Schutz gestellt wurden. Seitdem ist die Bewegung deutlich gewachsen.

Die Schutzgebiete werden von einem großen Team lokaler Waldhüterinnen und Waldhüter täglich kontrolliert und gesichert.

Im Rahmen dieser Arbeit wird der Schutz des Gebiets nicht nur durch regelmäßige Begehungen gewährleistet, sondern auch durch Drohnenüberwachung und den Einsatz technischer Sensorik. Die Waldhüterinnen und Waldhüter stehen zudem in engem Kontakt mit der lokalen Bevölkerung, leiten Umweltbildungsprojekte sowie Agroforstprojekte und begleiten internationale Expeditionsteams bei der Kontrolle, Dokumentation und wissenschaftlichen Forschung in den Schutzgebieten. Sie sind lokale Fachkräfte mit umfassender Erfahrung und tiefem Wissen über den Regenwald. Neben der Sicherung der Schutzgebiete übernehmen sie auch die Leitung von Bildungsprojekten mit Menschen aus der nahegelegenen Stadt Puerto Maldonado und Umgebung und geben ihr Wissen an die lokale Gemeinschaft weiter. Gleichzeitig schaffen sie durch ihre Arbeit eine wirtschaftliche Perspektive, die eine Alternative zu Abholzung, Jagd oder Goldschürfen darstellt.

Auch du kannst dazu beitragen, dass wertvolle Lebewesen, wie Gretel ein sicheres zu Hause haben. Für nur einen Euro kannst du einen Quadratmeter Regenwald dauerhaft schützen.

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