Wäre heute 80 Jahre

Austropop-Legende Danzer mit Gedenktafel geehrt

Zwei Personen enthüllen eine Gedenktafel für Georg Danzer an einer Hauswand in Wien.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Das Haus am Gaudenzdorfer Gürtel in Wien-Meidling war lange die Wohnstätte des Künstlers, der heute 80 Jahre alt wäre.
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Seine Lieder wurden österreichisches Kulturgut", lautet ein Teil der Inschrift auf einer Gedenktafel an Georg Danzer, "Sänger, Komponist, Musiker und Poet", wie ebenfalls vermerkt. Die Plakette am Jahrhundertwendehaus mit der Adresse Gaudenzdorfer Gürtel 47 in Wien-Meidling wurde am Mittwoch enthüllt. An dem Tag wäre der 2007 verstorbene Künstler 80 Jahre alt geworden. Der "Schurli" lebte von 1946 bis 1965 in dem Gebäude und widmete ihm auch ein Lied.

Gedenktafel für Georg Danzer mit Inschrift und Porträt am Haus in Wien.
Enthüllung einer Gedenktafel zum 80. Geburtstag von Georg Danzer am 7. Oktober 2026 am Gaudenzdorfer Gürtel 47 in Wien. © APA/GEORG HOCHMUTH

"Das Haus war Ausgangspunkt für seinen Schulweg, für seine Lausbubereien, für die ersten Ausflüge in die Innenstadt. Man kann sagen, bis ungefähr Mitte der 60er-Jahre war hier sein Lebenszentrum", sagte der langjährige Danzer-Manager Franz Christian Schwarz gegenüber der APA. Die Anbringung der Gedenktafel geht auf Initiative Schwarz' zurück.

Zwei Personen stehen vor dem Gebäude "Das Gaudenzdorfer" mit Gedenktafel in Wien.
Das Haus am Gaudenzdorfer Gürtel in Wien-Meidling war lange die Wohnstätte des Ausnahmekünstlers © APA/GEORG HOCHMUTH

Eine derartige Würdigung durch Freunde wäre Danzer wohl wichtiger gewesen als offizielle Auszeichnungen: "Er war generell ein Feind des Kulttums", betonte der Musikmanager. "Er hat zeit seines Lebens Widerstand gegen die Gründung eines Fanclubs geleistet. Er hat auch klar zu erkennen gegeben, dass er kein Ehrengrab will und keine Statue." Aber mittlerweile hat Danzer wohl doch - gerechtfertigt - den Kultstatus erlangt, dem er sich verweigerte. "Ich glaube, insgeheim hätte er sich schon gefreut."

"Immer auf der Seite der Kleinen"

Danzer "stand immer wieder auf der Seite der Kleinen, die oft übersehen werden", sagte der Meidlinger Bezirksvorsteher Wilfried Zankl (SPÖ) bei der Tafelenthüllung. "Er hat die Stadt und ganz viele Wienerinnen und Wiener geprägt", so Landtagsabgeordnete Katharina Weninger (SPÖ). "Er beschreibt mit seinen Liedern das Leben der Wienerinnen und Wiener, auf ganz unterschiedliche Arten, von den schönen bis zu den schiefen Zeiten."

Älterer Mann mit Hut und bunter Brille steht vor einer Gedenktafel an einer Hauswand.
Danzer-Manager Franz Christian 'Blacky' Schwarz war bei der Enthüllung der Gedenktafel zum 80. Geburtstag von Georg Danzer vor Ort. © APA/GEORG HOCHMUTH

Einig waren sich alle, dass Georg Danzer auch als kritischer Mahner vermisst wird. "Aber wir haben ja seine Lieder", sagte dazu Schwarz. "Man muss sich nur Lieder wie 'Der alte Wessely', 'Ein erstickter Schrei' oder 'Die Freiheit' anhören - die sind leider aktueller denn je." Auch Wolfgang Ambros würdigte seinen Freund und künstlerischen Partner am Mittwoch via Instagram: "In unserem Herzen und in Deiner Musik lebst Du ewig", schrieb er. (APA)

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