Tiefkühl-Riese

Ardo-Aus trifft 240 Jobs

Dieses Werk droht zugesperrt zu werden.
© Ardo
Eine Hiobsbotschaft erschüttert Niederösterreich: Der Tiefkühl-Riese Ardo plant die Schließung seines Werks in Groß-Enzersdorf im Bezirk Gänserndorf. Rund 240 Arbeitsplätze stehen damit auf dem Spiel.
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Das international agierende Familienunternehmen ist auf Tiefkühlgemüse, Kräuter und Obst spezialisiert und betreibt europaweit 16 Produktions-, Verpackungs- und Distributionsstandorte. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung nahm der Konzern nun auch die österreichische Tochter Ardo Austria Frost GmbH genauer unter die Lupe - mit ernüchterndem Ergebnis für den heimischen Standort.

Das Unternehmen beliefert vor allem Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und den Lebensmittelhandel (als Zulieferer für Eigenmarken) - Konsumenten kennen Ardo daher eher indirekt, über Handelsmarken oder Kantinenessen, als über ein eigenes Markenprodukt im Kühlregal.

Veraltete Anlagen, zu hohe Kosten

Als Gründe für den geplanten Rückzug führt Ardo mehrere Faktoren ins Feld: hoher Investitionsbedarf, angespannte Kostensituation und begrenztes Marktpotenzial. Zwar seien in den vergangenen Jahren bereits Millionensummen in neue Produktionslinien geflossen, dennoch gilt das Werk mittlerweile als überaltert.

Massive weitere Investitionen in Produktion, Verpackung, Lagerhaltung und Versorgungseinrichtungen wären laut Unternehmensangaben unumgänglich. Erschwerend kommt die große Distanz zu den westeuropäischen Absatzmärkten hinzu, während sich Standorte in Mittel- und Osteuropa deutlich kostengünstiger positionieren.

Eine Fortführung der Produktion in Österreich rechne sich demnach faktisch nur noch für den Inlandsmarkt - und dieser sei schlicht zu klein, um die notwendigen Investitionen zu rechtfertigen.

190 Mitarbeiter und 50 Leiharbeiter betroffen

Sollte die Schließung tatsächlich kommen, träfe sie rund 190 fest angestellte Ardo-Mitarbeiter sowie zusätzlich etwa 50 Leiharbeitskräfte. Verschont blieben lediglich jene im Vertrieb und Vertriebsinnendienst - sie sollen künftig an einem neuen Standort im Raum Wien tätig sein, dessen genauer Ort noch offen ist.

Für die direkt betroffenen Beschäftigten wird gemeinsam mit dem Betriebsrat derzeit an einem Sozialplan gearbeitet, der soziale Aspekte berücksichtigen und den Auslaufprozess des Standorts sozial abfedern soll. Werksleiter Christian Karwen betont: „Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden und Vertragspartnern wie regionalen Landwirtinnen und Landwirten sowie lokalen Lieferanten sehr bewusst und haben uns daher entschieden, sie frühzeitig und aktiv über diese schwierige Entscheidung zu informieren."

Auslaufmodell bis 2027

Ein abruptes Ende ist dennoch nicht zu befürchten: Die Gemüseproduktion in Groß-Enzersdorf soll bei Umsetzung der Pläne noch bis Dezember 2026 regulär fortgeführt werden. Erst danach beginnt die schrittweise Reduktion des Betriebs.

Ab August 2027 will sich Ardo in Österreich ausschließlich auf den Vertrieb konzentrieren, während die Belieferung heimischer Kunden künftig aus anderen Konzernwerken innerhalb der EU erfolgen soll.

Neben der Belegschaft bekommen auch regionale Partnerbetriebe die Auswirkungen zu spüren: Ardo nennt explizit Landwirte und lokale Lieferanten, die vom Werk abhängig sind, und verspricht, auch diese zeitnah über die weiteren Entwicklungen zu informieren.

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