Austrocknung droht

Alarmstufe Rot: WWF für Lobau-Krisengipfel

Ausgetrockneter Boden mit verdorrten Pflanzenresten in der Lobau.
© WWF
Die Wasserkrise in der Unteren Lobau spitzt sich Tag für Tag zu, weshalb der WWF jetzt einen Krisengipfel der politisch Verantwortlichen fordert.
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Die Naturschutzorganisation WWF schlägt Alarm: Ihr geht es darum, ein Sofortpaket gegen die zunehmende Austrocknung der Unteren Lobau zu schnüren. Vor diesem Hintergrund sollen Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) so rasch als möglich an einen Tisch geholt werden.

Austrockneter Boden mit abgestorbenem Holz und wenig Wasser in der Lobau bei Trockenheit.
Die Trockenheit in der Unteren Lobau ist ein akutes Problem für Flora und Fauna. © WWF

"Anstatt auf ein Regenwunder zu hoffen, müssen alle Verantwortlichen jetzt einen verbindlichen Rettungsplan beschließen. Ansonsten droht eines der wertvollsten Augebiete Österreichs Schritt für Schritt auszutrocknen", sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons.

Frau mit schulterlangen braunen Haaren und blauem Hemd steht mit verschränkten Armen.
WWF-Programmleiterin Hanna Simons. © Pamela Rußmann

Krise seit Jahren bekannt

Die aktuelle Hitzewelle sowie anhaltende Trockenheit verschärfen eine Wasserkrise, die laut Experten seit Jahren bekannt ist. Zahlreiche Gewässer in der Unteren Lobau führen nur noch wenig Wasser oder sind bereits komplett trocken gefallen. Dadurch sinkt auch der Sauerstoffgehalt in den verbliebenen Gewässern dramatisch.

Rissiger, trockener Boden mit wenig Gras, im Hintergrund Schilf und Bäume unter bewölktem Himmel.
Viele Stellen sind bereits ausgetrocknet. © KURT KRACHER

Die Folgen sind deutlich sichtbar: Fische sterben in großer Zahl, auch Große Teichmuscheln verenden. Besonders kritisch ist die Lage für die seltene Europäische Sumpfschildkröte, deren Lebensraum zunehmend verschwindet.

Muschel liegt auf trockenem, sandigem Boden mit wenig Gras in der Lobau.
Teichmuscheln verenden in großer Zahl. © WWF

Rettungsplan liegt auf dem Tisch

Dabei seien mögliche Lösungen längst bekannt. Am Staudigl-Wehr könnte Wasser kontrolliert in die Untere Lobau geleitet werden. Begleitende Umwelt- und Grundwasserkontrollen könnten dabei mögliche Auswirkungen überwachen. Langfristig fordert der WWF eine stärkere Anbindung an die Donau, natürliche Fließbewegungen sowie Maßnahmen gegen die weitere Eintiefung des Flusses.

Ausgetrocknetes Flussbett mit rissigem Boden und Schilf in der Lobau bei bewölktem Himmel.
Der WFF fordert die politisch Verantwortlichen zum Handeln auf. © KURT KRACHER

Auch die Trinkwasserversorgung müsse laut WWF dauerhaft abgesichert werden. Im Gespräch sind unter anderem eine Wasseraufbereitungsanlage sowie eine Anbindung der Lobau-Brunnen an das neue Wasserwerk auf der Donauinsel. Ohne rasches Handeln nämlich droht einem der wichtigsten Naturgebiete Österreichs ein weiterer herber Verlust an Wasser, Artenvielfalt und ohnehin schon rar gewordenem Lebensraum.

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