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Tausende abgehörte Handys, bestochene Polizisten – das ist laut Premier David Cameron noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Auch andere Medien könnten solche Methoden angewandt haben, fürchtete Cameron vor dem britischen Parlament.
Immer wieder von wütenden Zwischenrufen unterbrochen, räumte Cameron zwar Fehler ein: Murdoch-Mann Andy Coulson hätte nicht sein Pressechef werden dürfen. Ansonsten sei sein Herz jedoch rein, Rücktritt lehnte er strikt ab.
Murdoch: Ehefrau prügelte für ihn
Milliardärsgatte Rupert Murdoch hockte vor Abgeordneten auf dem heißen Stuhl und musste sich unbequeme Fragen stellen lassen. Dicht hinter ihm saß seine Frau Wendi, still und schüchtern im blassroten Chanel-Joppi. Seit 1999 ist sie mit Rupert verheiratet. Vor Millionen TV-Zusehern litt die Chinesin, 38 Jahre jünger als der Medienzar (80), sichtlich mit ihrem teuren Mann.
Mitten in der Anhörung, Murdoch brummt etwas über Moral und Anstand, wird der greise Tycoon vom Anarcho-Komiker Jonnie Marbles mit einer Schaumtorte attackiert – und Wendis große Stunde schlägt.
Die zarte Frau reagiert blitzschnell, in bester Kung-Fu-Manier springt sie über ihre Anwältin. Sie holt zum Schlag aus, und ein ganz und gar unfemininer linker Haken explodiert im Gesicht von Jonnie Marbles, gefolgt von einer Ohrfeige von rechts.
Mit dem Haken geht ihr Stern auf. Im Internet wird sie zum großen Thema. Als "Femme fatale" oder "Charlie’s Angel" wird sie gefeiert. Viele preisen ihre linke Schlaghand als "Vorbild" und "Ideal". Komiker Marbles könne froh sein, dass die furiose Wendi ihn nicht in zwei Hälften gehackt habe.
"Knock-out-Schwester" wird sie nun genannt, mit so einer "Tiger-Mutter" müsse Murdoch niemanden mehr fürchten.
So werden die Murdochs "gegrillt"
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Rupert und James Murdoch werden zum Abhörskandal befragt
Rupert MurdochZum Imperium des 80 Jahre alten Medienzars aus Australien gehören in Großbritannien neben dem inzwischen eingestellten Blatt "News of the World" auch die Boulevardzeitung "The Sun" sowie die Qualitätsblätter "The Times" und "Sunday Times". Murdoch kontrolliert 37 Prozent des britischen Zeitungsmarktes. Er wollte seine Medienmacht mit einem milliardenschweren Anteils-Zukauf beim Sender BSkyB weiter ausbauen, musste dies aber zunächst aufgeben. Murdoch pflegt engste Kontakte zu Spitzenpolitikern. Schon lange galt in Großbritannien als offenes Geheimnis: "Murdoch gewinnt Wahlen."
James Murdoch: Er gilt als Kronprinz im Medienimperium seines Vaters. Bei der britischen Senderkette BSkyB, an der Murdoch 39 Prozent hält, war der 38-Jährige zunächst Vorstandschef, zuletzt Aufsichtsratsvorsitzender. Der in London geborene James leitet die Europa-Aktivitäten für Murdochs Medienkonzern News Corp. Sein Stern könnte mit der Abhöraffäre sinken. BSkyB-Aktionäre diskutieren offen seine Ablösung.
Rebekah Brooks: Die "Power-Frau" in der Macho-Welt des britischen Boulevardjournalismus war bis 2003 noch unter ihrem Mädchennamen Rebekah Wade Chefredakteurin von "News of the World" - just in der Zeit, in der das illegale Abhören bei der Zeitung zum System zu gehören schien. Die 43-Jährige mit der roten Lockenmähne wechselte dann zur "Sun" und leitete bis zu ihrem Rücktritt am vergangenen Freitag als Verlagsmanagerin die Medienholding News International, zu der alle britischen Murdoch-Zeitungen gehören. Mit ihren engen Kontakten in die Downing Street könnte sie für Regierungschef David Cameron zur Belastung werden.
Rupert Murdoch: Seine VitaMit dem Tod seines Vaters erbte der gebürtige Melbourner 1952 mit Anfang 20 zwei Zeitungen. „The Aidelaide News“ und die „Sunday Mail“.
Rupert Murdoch: Seine VitaSein News-Corb-Konzern ist heute in Australien, Europa, Asien, Lateinamerika und den USA vertreten. Neben Zeitungen, Magazinen und Buchverlagen gehören auch zahlreiche Kabel-und Satellitensender zum Konzern.