Sie fordern richtiges Distance Learning
Schüler- und Lehrer-Aufstand gegen Faßmann
Wien. Lockdown für Schulen oder nicht. Bildungsminister Heinz Faßmann – erklärter Gegner von Schulschließungen – hat die Entscheidung, im Corona-Lockdown in den Schulen zu erscheinen, den Schülern bzw. den Eltern überlassen. Das bringt jetzt die Lehrer auf den Plan – sie hätten den Präsenz-Unterricht gern stärker eingeschränkt, als es Faßmann jetzt macht.
Lehrer wollen mehr auf die Virologen hören
Katastrophe. „Die politische Kommunikation ist eine Katastrophe – man hört von allen Seiten etwas anderes“, meinte der der oberste Lehrer-Gewerkschafter Paul Kimberger. „Ich habe meine Zweifel, ob diese Maßnahmen wirklich dazu führen, die extrem hohen Inzidenzen an den Schulen zu senken.“ Denn: Aus meiner Sicht sind die Maßnahmen ungenügend, um Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Kinder und Familien, an die man ja auch denken muss, zu schützen. In Wirklichkeit müssten jetzt die Präsenzphasen deutlich reduziert werden. Was uns von Virologen empfohlen wird – Kontaktreduzierung, Abstand –, das müsste auch in der Schule umgesetzt werden“, meint Kimberger.
Doch was sagen die Schüler zu dem plötzlichen Lockdown?
Abrechnung. Scharfe Kritik kommt jedenfalls vom Wiener Schulsprecher Matti Randow.
Randow sieht "Chronologie des Versagens"
Auf Twitter schreibt er: „Wir haben im September Impfpflicht für Pflichtschullehrer:innen gefordert, um Kinder zu schützen. Wurde nicht umgesetzt, jetzt liegen Kinder auf Intensivstationen und Inzidenzen sind astronomisch. Und es kommt eine Impfpflicht für alle. In 3,5 Monaten. Chronologie des Versagens.“
Schulsprecher rechnet im ÖSTERREICH-Talk mit Verantwortlichen ab
Randow: "Es ist ein einziges Chaos"
ÖSTERREICH: Was sagen Sie zur jetzt getroffenen Lösung?
Matti Randow: Es ist schon seit Längerem klar gewesen, dass wir um ein Distance Learning nicht herumkommen. Die Inzidenzen in den Altersgruppen der Schülerinnen und Schüler explodieren ja bereits seit Wochen. Doch das, was der Minister jetzt vorgestellt hat, ist gar kein richtiges Homeschooling. Stattdessen wird die Entscheidung an Eltern und SchülerInnen abgeschoben, Schulorganisation so auch unzumutbar.
ÖSTERREICH: Sie fühlen sich in der Schule sicher?
Randow: Ich schon, ich bin selbst ja schon geboostert – und bis auf eine Mitschülerin sind alle geimpft. Aber bei den jüngeren Schülern ist das anders – und auch in den Bundesländern, die ja alle außer Wien nicht mit dem Testen nachkommen. Es ist dort ein einziges Chaos.
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