Minister im oe24.TV-Interview

Mückstein: "Ab August könnten wir ein Problem bekommen"

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Gesundheitsminister Mückstein über 4. Welle und sein Impfziel von 80 % Vollimmunisierten.
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ÖSTERREICH: Im Parlament gibt es einen Cluster. Der FPÖ-Abgeordnete Hafenecker hat die Delta-Variante, Neun weitere Personen sind infiziert, 30 in Quarantäne und 300 K2. Funktioniert die 3-G-Regel?

Wolfgang Mückstein: Die Delta-Variante ist einfach ansteckender. Wie viele Menschen würden sich anstecken, wenn man nicht 3 G hätte? Herr Hafenecker hat sich im richtigen Abstand ­getestet, und das zeigt, dass Corona nicht vorbei ist.

ÖSTERREICH: Rechnen Sie mit der vierten Welle?

Mückstein: Das hängt von den Öffnungsschritten und der Durchimpfungsrate ab. Vergangene Woche haben wir 5 Prozent der Bevölkerung voll immunisiert, wir halten jetzt bei 45 Prozent an Vollimmunisierten. Wenn wir diese Geschwindigkeit fortsetzen, dann sind wir Ende August bei 80 Prozent.

ÖSTERREICH: Geht sich das wirklich aus?

Mückstein: Das geht vom Impfstoff und der Impflogistik, aber wir sehen eine gewisse Impfmüdigkeit. Wenn wir die 80 Prozent Vollimmunisierte nicht schaffen, dann bekommen wir eventuell schon im August ein Problem.

ÖSTERREICH: In Wien werden jetzt auch unter 10-Jährige getestet. Ist das richtig?

Mückstein: Wien ist eine Großstadt, wo die Räume dichter sind und mehr Menschen auf engerem Raum zusammenkommen. Außer­dem bietet Wien mit „Alles gurgelt“ eine einfache Möglichkeit, wie man sich routinemäßig testen kann.

ÖSTERREICH: Also ist es gut?

Mückstein: Wir von der Bundesregierung geben ja nur einen Mindeststandard vor, der eingehalten werden muss. Es gibt einen Unterschied zwischen der Bergalm im Zillertal und Favoriten.

ÖSTERREICH: Sie haben ­einen Plan, der besagt, ab ­einer Sieben-Tage-Inzidenz von 25 sollte man wieder auf FFP2-Masken umstellen …

Mückstein: Die Situation ist eine andere als vor einem Jahr. Wir haben massive Testmöglichkeiten, und wir haben die Impfung. Aber laut Experten ist 25 in der 7-Tage-Inzidenz ein Marker, darauf müssen wir uns vorbereiten, und das wird gerade besprochen. Da muss es einen Plan bis in den September hinein geben, wo die Schulen wieder aufsperren.

ÖSTERREICH: Eine Gruppe, die sich nicht impfen lassen kann, sind gerade Kinder bis 12 Jahre. In London gehören sie zu den von Corona stark betroffenen Gruppen …

Mückstein: Meine Töchter sind 12 und 15. Sie sind beide schon ein Mal geimpft, weil sie das wollten und weil wir sehr viel darüber geredet haben und weil ich will, dass meine Kinder geschützt sind. Wenn alle bis auf die Kinder geimpft werden, könnte man argumentieren, die Kinder betrifft es nicht so schlimm. Das stimmt aber leider nicht. Kinder können sich auch anstecken, Kinder sind auch auf der Intensivstation gelegen, und es gibt auch Long Covid. Es ist für die Kinder, bei denen es schon möglich ist, besser, wenn sie geimpft werden. Gesundheitlich und natürlich auch gesellschaftlich. Mit dem Bildungsminister bin ich im Gespräch, wie wir die Schulen ab September möglichst sicher gestalten können. Wir unterstützen die Länder dabei, PCR-Gurgeltests anzubieten.

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