Heikle Polizei-Ermittlungen

Zwei Kinder tot: Auch Raser wollte sterben

Zwei Kinder tot: Auch Raser wollte sterben
© Lenger/monatsrevue.at
Viel zu schnell dürfte jener SUV-Coupé-Fahrer gewesen sein, der angesichts der Tragödie völlig zusammenbrach.
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NÖ. Es geht um den Horror-Crash Dienstag um 5.15 Uhr auf der A 2 bei der SCS auf Höhe eines schwedischen Möbelhauses: Wie ausführlich berichtet, war der Ford einer ukrainischen Familie, die auf dem Weg nach Italien war, wegen einer Panne unvermittelt auf dritter Spur stehen geblieben:

Der Lenker aus der Ukraine schaltete (so ist aus Polizeikreisen zu hören) die Warnblinkanlage an, der Bereich ist auch um diese Uhrzeit eigentlich gut ausgeleuchtet und mehreren nachfolgenden Fahrern soll es zunächst gelungen sein, auszuweichen und einen Crash zu vermeiden. Doch dann kam das 2,2 Tonnen schwere schwarze SUV-Coupé eines Wiener Neustädters (40), der in der 100er-Zone (die Überkopfanzeige hatte den Bereich zum fraglichen Zeitpunkt ÖSTERREICH-Infos zufolge sogar auf 80 gedrosselt!) mit annähernd 130 km/h ungebremst in das Heck den Pannenautos donnerte. Dabei starb der kleine Oleh (2) noch im Wrack, sein Bruder Matviy (6) war hirntot und verlor einen Tag später im Spital sein Leben.

Vater nur routinemäßig im Visier der Behörden

Als der Mercedes-Lenker bemerkte, was er – durch sein mutmaßliches Schnellfahren um bis zu 50 km/h zu viel und aufgrund möglicher zusätzlicher Abgelenktheit – angerichet hat, wollte er selbst sterben. In seiner Verzweiflung soll er laut Zeugen und Helfern versucht haben, sich vor Ort vor einen vorbeifahrenden Lkw zu werfen. Der Mann wurde beruhigt und zur eigenen Sicherheit abgeführt. Gegen ihn wird wegen (grob) fahrlässiger Tötung ermittelt, bis zu drei Jahre Haft stehen im Raum. Es gilt die Unschuldsvermutung. Routinemäßig wegen Fahrlässigkeit müssen die Behörden auch gegen den Lenker des anderen Unfallfahrzeuges ermitteln und dabei der Frage nachgehen, ob der Fabrikarbeiter Bodhan H. (42) angesichts der Panne anders hätte handeln können.

Einen großen Dank gibt es indes an die ÖSTERREICH-Leser, deren Geldspenden nach einem Aufruf die Überstellung der Leichen der Kinder in die Heimat ermöglicht haben.

(kor)

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