Vögel betroffen
Erstmals West Nil Virus in Österreich
Ein neuer Krankheitserreger aus dem Tierreich, der auch für Menschen gefährlich werden kann, ist erstmals in Österreich "eingetroffen": das West Nil Virus.
Infektionen wurden vergangenes Jahr erstmals - ausschließlich - bei Vögeln registriert. Übertragen wird es durch die normalen Gelsen. Möglicherweise handelt es sich bei dem aus Ungarn "eingewanderten" Virus um eine für den Menschen weniger gefährliche Variante als jene, die in den USA Tausende Erkrankungsfälle und rund 1.000 Todesopfer verursacht hat. Dies erklärte Norbert Nowotny, Klinischer Virologe der Universität für Veterinärmedizin in Wien, Freitag am Rande einer wissenschaftlichen Konferenz.
"Nicht wahnsinnig krankheitserregend für den Menschen"
"Das
West Nil ist krankheitsauslösend vor allem für Vögel, besonders Greifvögel,
im Prinzip auch für Pferde und Menschen. Seit 2004 hat es in Ungarn immer
Fälle gegeben. Im Sommer 2008 ist die 'Geschichte' explodiert. Die Krankheit
verbreitete sich in ganz Ungarn, bei Vögeln, besonders Habichten und
Pferden. Auch rund 20 Menschen sind erkrankt. Dieses Virus scheint aber
nicht wahnsinnig krankheitserregend für den Menschen zu sein. Die
Betroffenen hatten eine milde Meningitis (Gehirnhautentzündung, Anm.). Es
gab keine Todesfälle", sagte der Experte.
10.000 Erkrankungen in den USA
In den USA hingegen hat die
andere West Nile Virus-Variante der Linie 1 in den vergangenen Jahren rund
10.000 Erkrankungen und rund 1.000 Todesfälle verursacht. Das unangenehme an
der Situation laut dem Experten: "Übertragen wird das Virus auch durch
die normalen Gelsen. Das Virus überlebt nur in den Stechmücken. Ein bis zwei
Prozent überleben den Winter - und können dann zu Infektionen ab dem
Frühjahr führen. Wir erwarten die nächsten Fälle Mitte bis Ende Juli bis
Ende September."
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