Franz Welser-Möst dirigiert und fordert Brutto-National-Glück für Österreich.
Unlängst wurde er vom Bundespräsidenten mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet; heute dirigiert Franz Welser-Möst Richard Strauss‘ Die Frau ohne Schatten. „Die Wiener Staatsoper ist das einzige Haus der Welt, das so viele Strauss‘-Stücke aufführt“, sagt Welser-Möst. „Und dass wir so ein Riesending wie Die Frau ohne Schatten im Repertoire haben, unterstreicht die Ausnahmestellung, die wir weltweit haben. Das sollte man – im bhutanischen Sinn – pflegen“.
Pflege der Kultur
In Bhutan (Asien) war der Staatsopern-GMD gerade bergsteigen („totales Ausklinken; ich hatte zwei Wochen keinen Handy-Empfang; man kommt der Welt etwas abhanden“).
Was ihm an dem Königreich besonders gefiel, war das „Brutto-National-Glück“, das man dort anstrebt. Und einer der wesentlichsten Pfeiler dieses „BNG“ sei die Pflege der nationalen Kultur und Tradition. „Deshalb“, so Welser-Möst, „habe ich dem Bundespräsidenten neulich gesagt, wir sollten – im bhutanesischen Sinn – die Pflege unserer Kultur in die Verfassung aufnehmen.“
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
© APA/HERBERT P. OCZERET