Erfahrungsbericht
oe24-Reporter ließ sich in USA impfen
Am Anfang war es ja frustrierend: Nachdem in New York auch Menschen mit Vorerkrankungen zugelassen wurden für die Covid-Impfungen, waren wegen der Überlastung des Systems für ein paar Wochen keine Termine zu kriegen.
Meine Vorerkrankung: Eine bikuspiden Aortenklappe, ein Geburtsfehler, der das Leben kaum beeinträchtigt, aber bei einer Covid-19-Infektion das Risiko erhöhen würde.
Dann hatte ich jedoch bei der Terminsuche auf der digitalen Plattform des New Yorker Spitalswesen nach einer Stunde „Keine Termine“ und Fehlermeldungen doch plötzlich Glück: Lincoln-Krankenhaus, 17 Uhr. In wenigen Stunden.
Ich fahre mit der Subway in die Bronx. Es stehen gut 30 Menschen bereits an. Der Check-in verläuft dann wie bei einer normalen Spitalsbehandlung: Formulare sind auszufüllen, Allergien anzuheben. Ich erhalte auch meinen weißen Impfpass, der Termin für die zweite Impf-Dosis wird vereinbart (23. März).
Zur nächsten Schlange: Dann werde ich in eine Koje vorgelassen, meine „Impferin“ stellt sich vor, überprüft nochmals die Daten. „Ich hole jetzt die Impfung“, sagt sie. Als sie nach zehn Minuten noch nicht zurück ist, mache ich mir schon Sorgen: Sind die Dosen aus?
Sie erscheint, dann geht alles in Sekunden: Der linke Oberarm wird desinfiziert, danach die Spritze mit dem Pfizer/Biontech-Präparat. Ich spüre praktisch nichts. Nur ein Glücksgefühl: Ich bin geimpft, zumindest mit der ersten Dosis.
Es fühlt sich gut an. Ein wichtiger Schritt zurück in die Normalität – nach einem Jahr an konstantem Risiko durch ständige Reporter-Einsätze in Amerika.
Ich muss noch für 15 Minuten ins Auditorium, um mögliche allergische Reaktionen abzuwarten.
Wie sind die Nebenwirkungen? Ein wenig Schmerzen an der Impfstelle, aber auch nicht schlimmer als bei einer Grippe-Impfung.
Herbert Bauernebel
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