Musical-Premiere

"Zuckerwatten-Stimmung" bei VIPs im Raimund Theater

Die Schöne und das Biest
© VBW/Deen van Meer
Der Disney-Klassiker ist nach 30 Jahren zurück, ist so klebrig-süß als wie zuvor und begeisterte bei der Premiere die heimische Society.
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Es gibt Tage, an denen hat man das seltene Bedürfnis nach einem Schluck klebriger Limonade oder ausnahmsweise das Verlangen nach dem Bissen in eine Zuckerwatte, die so süß ist, dass einem die Zähne schmerzen. Wenn man solch einen Tag hat, dann kann man auch in "Die Schöne und das Biest" im Raimund Theater gehen. 30 Jahre nach der ersten Premiere haben die Vereinigten Bühnen Wien das Disney-Musical dorthin zurückgeholt. Und das Motto lautet weiterhin: Kitsch as Kitsch can.

Die Schöne und das Biest
Die Schöne und das Biest © VBW/Deen van Meer

In der Broadwayshow, die Matt West für Wien neu inszeniert hat, strotzt es nur so vor ungebrochenem Glitter und Flitter. Wenn es romantisch werden soll, hängen die Rosen von der Decke. Es gibt historische Wasserballettanspielungen à la Esther Williams, und wann hat man schon zuletzt bei einer Musicalinszenierung Stepptanz auf der Bühne gesehen? Das alles ist ebenso nostalgisch wie infantil, zielt mithin auf ein sehr junges oder ein sehr reifes Publikum ab. Musicalgeher im Alter zwischen diesen beiden Randbereichen müssen hingegen in der bereits erwähnten Zuckerwattenstimmung sein.

Über 38 Millionen Zuschauer

Und das sind bekanntlich viele Menschen, zählt das Broadwaymusical nach dem oscargekrönten Disney-Zeichentrickfilm (1991) doch zu den am längsten gespielten Produktionen überhaupt. Uraufgeführt 1994 und bereits 1995 bis 1997 im Raimund Theater programmiert, sahen bisher über 38 Millionen Menschen in mehr als 17 Ländern das Stück mit Musik des achtfachen Oscarpreisträgers Alan Menken.

Einen Anteil daran haben zweifelsohne die immer noch beeindruckenden Effekte im Stile einer Zaubershow, bei der die Verwandlungen des Biests scheinbar vor aller Augen vonstattengehen. Hohen Schauwert bieten auch überdimensionale Ornamente, die im Eiltempo durch die Luft fliegen und wie im filmischen Schnitt im Stakkato neue Räume gestalten.

Die Schöne und das Biest
Die Schöne und das Biest © VBW/Deen van Meer

Was zählt, sind die inneren Werte

Die darin stattfindende Geschichte ist indes hinlänglich bekannt: Der Prinz, von einer Hexe in ein Ungeheuer verwandelt, ist auf der verzweifelten Suche nach der echten Liebe, um den Zauber zu brechen. In Wien ist Dominik Hees das unbeherrscht-tollpatschige Biest, das hier weniger mit stimmlicher Gewalt als Charme glänzt. Die kluge Belle, gespielt von der makellosen Marlene Jubelius ohne Ecken und Kanten, wird zu seiner Gefangenen und ist anfangs so gar nicht begeistert von den unbeholfenen Avancen der Kreatur.

Hochkarätige Gäste bei Premiere

"Die Schöne und das Biest"-Premiere


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Peter Weck und Birgit Sarata

Peter Weck und Birgit Sarata

© Katharina Schiffl

Marika Lichter und Elisabeth Engstler

Marika Lichter und Elisabeth Engstler

© Katharina Schiffl

Claudia Stöckl und Alfons Haider

Claudia Stöckl und Alfons Haider

© Katharina schiffl

Immerhin ist die in Haushaltsgegenstände verwandelte Dienerschaft des Schlosses auf ihrer Seite. Und trotz allen auf den Effekt und die Äußerlichkeit setzenden Bühnenzaubers lautet nach gut zweieinhalb Stunden die Moral bekanntermaßen: Was zählt, sind nur die inneren Werte. Und das Premierenpublikum jedweden Alters freute sich. Darunter fanden sich unter anderem die Schauspiel-Stars Lilian Klebow, Julia Cencig, Kabarettistin Caroline Athanasiadis, die Musical-Stars Mark Seibert, Marika Lichter, Ramesh Nair und Nienke Latten, Ö3-Lady Claudia Stöckl, Sänger Lucas Fendrich, Mörbisch-Intendant Alfons Haider, Grande Dame Birgit Sarata sowie TV- und Bühnen-Legende Peter Weck.

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